1&1 5G Netz

Wie wird der 5G Ausbau bei 1&1 Drillisch ablaufen?

Im Rahmen der großen Frequenzauktion im Frühjahr 2019 hat sich die 1&1 Drillisch AG die nötigen Mobilfunk-Lizenzen für den Aufbau ihres zukünftigen 5G Netzes gesichert. Eines aber ist klar: Das wird eine echte Mammutaufgabe für den frischgebackenen Mobilfunker.

Aktualisiert 16.10.2020
1&1 5G Netz - So plant 1&1 Drillisch den 5G Netzausbau
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Grünes Licht: 1&1 setzt sich bei 5G Frequenzauktion durch

Der Mobilfunk der fünften Generation wird nicht einfach nur ein wenig schneller, etwas stabiler und ein bisschen vielseitiger - stattdessen wird uns hier eine echte Revolution ins Haus stehen. Für die Umsetzung der 5G Technologie benötigen die Netzbetreiber aber zunächst einmal geeignete Mobilfunk-Frequenzen.

Die von der Bundesnetzagentur für März 2019 anberaumte Frequenzauktion bot zugleich die Gelegenheit, einen neuen vierten Netzbetreiber in Deutschland zu installieren. Am Ende wurde neben Telefónica, Telekom und Vodafone allerdings nur ein einziger weiterer Bieter zugelassen - die 1&1 Drillisch AG.

Was sich daraufhin entwickelt hat, war ein unerwartet hartes Bietergefecht, das sich - mit kurzen Unterbrechungen - über knapp drei Monate hingezogen hat. Dass die Gebote immer weiter in die Höhe kletterten, dürfte sicher auch den Versuchen der drei etablierten Mobilfunk-Größen geschuldet gewesen sein, den unliebsamen neuen Konkurrenten aus dem Wettbewerb zu drängen und so ein eigenständiges 1&1 Netz zu verhindern.

Doch 1&1 bewies Durchhaltevermögen und konnte sich die nötigen Funklizenzen für das künftige 1&1 5G Netz sichern. Im Kampf um einen besonders umstrittenen Frequenzblock musste 1&1 am Ende allerdings zurückstecken und ging so mit etwas weniger Spektrum aus der Versteigerung hervor als ursprünglich geplant. Für das letztlich erworbene Spektrum musste 1&1 insgesamt 1,07 Mrd. Euro auf den Tisch legen.

Diese 5G Frequenzen hat 1&1 ersteigert

Frequenzbereich Frequenzblöcke Auktionspreis Freigabe ab

3,6 GHz

5 x 10 MHz

334,997 Mio. €

2021

2 GHz

4 x 5 MHz

735,190 Mio. €

2026

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1&1 Mobilfunk

Kein eigenes 1&1 5G Netz vor 2021

Mit dem Erwerb der oben gelisteten Frequenzblöcke hat 1&1 den Grundstein für seine Zukunft als Mobilfunk-Netzbetreiber gelegt. Die ersten Frequenzen im 3,6 GHz Band werden 1&1 allerdings erst 2021 offiziell zugeteilt. Diese eignen sich zudem nur für den Einsatz in dicht besiedelten städtischen Umgebungen, für den 5G Ausbau in der Fläche fehlt hier schlicht die Reichweite.

Um nicht nur äußerst kurze Distanzen überbrücken zu können, benötigt 1&1 also die Frequenzen aus dem 2 GHz Band. Hier erfolgt die Freigabe wiederum nicht vor 2026 - schon deshalb dürfte 1&1 sich zunächst mit dem Aufbau begenzter lokaler 5G Netze zufriedengeben.

Erste 1&1 5G Angebote im o2 Netz

Auch wenn 1&1 noch ganz am Anfang steht, was den Aufbau des eigenen Funknetzes angeht, ist der Anbieter längst mehr als ein "einfacher" Mobilfunk-Discounter. Denn 1&1 hat bereits mehr oder weniger freien Zugriff auf 30 Prozent der Kapazitäten im o2 Netz. Der Verkauf dieser Mobilfunk-Kapazitäten an einen kleineren Mitbewerber war eine der Auflagen, unter denen die EU-Kommission 2014 die Fusion von o2 und E-Plus genehmigt hatte. Auf Wunsch kann 1&1 diesen Deal sogar noch bis 2030 verlängern.

Was die Vereinbarung nun besonders interessant macht: 1&1 darf in diesem Rahmen nicht nur eigene LTE Angebote umsetzen, sondern hat seinerzeit auch direkt den Zugang zu allen künftigen Mobilfunk-Technologien zugesprochen bekommen. Damit ist es Drillisch nun auch vor dem Start des eigenen 1&1 5G Betriebs möglich, entsprechende Angebote zu vertreiben. Bislang ist der 5G Zugang jedoch auf die beiden 1&1 All Net Flat Tarifvarianten XL und XXL beschränkt. Die ersten Städte, in denen die 1&1 5G Verfügbarkeit über das Telefónica-Netz gegeben ist, sind Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt..

So kann das 1&1 5G Netz entstehen

Ist es wirklich realistisch, dass ein neuer Mitbewerber aus dem Nichts ein konkurrenzfähiges Mobilfunknetz aus dem Boden stampft? Schließlich haben doch selbst die Telefónica Netze nach all den Jahren noch nicht vollständig zu den beiden Konkurrenten Telekom und Vodafone aufgeschlossen?

United Internet-Chef Ralph Dommermuth hat im Interview mit dem Handelsblatt sogar unumwunden eingeräumt, dass seine neuen Mitbewerber eigentlich knapp 30 Jahre Vorsprung haben. Und trotzdem bezeichnet er sein Unternehmen "für den Aufbau eines modernen Mobilfunknetzes hervorragend aufgestellt".

Tatsächlich steht 1&1 vor einer gewaltigen Herausforderung, hat aber eben auch einige Vorteile auf seiner Seite. Zum Beispiel wurde 1&1 als frischer Markteinsteiger mit weitaus milderen Verpflichtungen durch die Bundesnetzagentur aus der 5G Auktion entlassen.

1&1 5G Ausbauverpflichtungen

  • bis Ende 2022: 1.000 5G-Basisstationen
  • bis Ende 2023: 25 Prozent Bevölkerungsabdeckung
  • bis Ende 2030: 50 Prozent Bevölkerungsabdeckung

Man beachte: Die prozentualen Ausbauziele beziehen sich nicht auf den flächenmäßigen Ausbau, sondern auf die Bevölkerungsabdeckung. Während die großen Konkurrenten zusätzlich angehalten sind, weiße Flecken im ganzen Land zu schließen, kann sich 1&1 also voll auf die bevölkerungsreichen (und lukrativen) Ballungszentren konzentrieren.

Auch auf technischer Seite könnte sich der komplette Neustart von 1&1 als handfester Vorteil erweisen. Zum Beispiel muss der Newcomer keine Kompromisse in Hinsicht auf alte Systeme eingehen und hat so die Gelegenheit, das kommende 1&1 5G Netz von Grund auf nach modernen Standards aufzubauen. Hier kann 1&1 zudem von seinen Fortschritten im Festnetzgeschäft profitieren. Denn für den Betrieb von 5G Mobilfunkstandorten ist eine schnelle Glasfaseranbindung Pflicht - und mit dem ehemaligen Versatel-Netz verfügt 1&1 über eines der größten Glasfasernetze Deutschlands.

Ohne Frage wird das eigentliche 1&1 5G Netz zunächst in den Metropolregionen entstehen. Außerhalb dieser Gebiete dürfte 1&1 auch längerfristig auf die Zusammenarbeit mit den Betreibern der anderen Handynetze angewiesen sein. Die sträuben sich zwar gegen ein generelles National Roaming, wurden von der Bundesnetzagentur aber zumindest dazu verpflichetet, faire Verhandlungen über Roaming-Vereinbarungen aufzunehmen. Komplett werden die etablierten Konkurrenten 1&1 also wohl kaum ausschließen können. Zudem auch sie durch ihre Ausbau-Verpflichtungen stark auf Kooperationen angewiesen sind.

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Weiterlesen: 1&1 Mobilfunk im Test


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Smartphones bei 1&1 Teaser

Unabhängig davon, ob der Tarif mit oder ohne einem Smartphone gebucht wird, gewährt 1&1 in den ersten Vertragsmonaten rabattierte Preise. So fällt erst nach dem Aktionszeitraum die reguläre Grundgebühr in Höhe von 24,99 € für die All-Net-Flat M an.

Monatspreis 24,99 €

6 Monate lang 0,- €

Telefonie

Flat ins dt. Festnetz
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Internet

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bis zu 225 Mbit/s
10 GB Highspeed
(Telefónica LTE Netz)

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