E-Netz

o2 und E-Plus wachsen zusammen

Die beiden E-Netze sind besser bekannt als o2-Netz und E-Plus-Netz. Mittlerweile gehören beide zu Telefónica Germany und wachsen Stück für Stück zusammen. Was bedeutet das für Kunden und die Netzqualität? Wir beantworten die wichtigsten Fragen...

Aktualisiert 14.09.2017
E-Netz: Das E1-Netz von E-Plus und das E2-Netz von o2 im Test 4.19 / 5 180 1 Sterne 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne (180)

Das E-Netz ist das bisher jüngste in Deutschland in Betrieb genommene digitale Mobilfunknetz. Es basiert, so wie auch das D-Netz, auf dem internationalen GSM Standard, ist jedoch im Frequenzbereich von 1800 MHz verortet, in dem Basisstationen und Endgeräte über eine vergleichbar kleinere Sendeleistung verfügen als im D-Netz (900 Mhz), darüber hinaus ist es weniger flächendeckend ausgebaut.

1994 trat mit Freigabe des E-Netzes auch der zweite private Betreiber öffentlicher Telekommunikationsdienste, E-Plus, in den deutschen Markt ein. Ihm folgte 3 Jahre später (1997) das Unternehmen VIAG Interkom, das ebenfalls Anteile am E-Netz erhielt. 2002 gliederte VIAG Interkom den Mobilfunkbereich unter dem Namen o2 aus, der seit 2006 eine Tochter des spanischen Telefónica Konzerns ist. Über Jahre existierten beiden Unternehmen als Konkurrenten.

o2 Mobilfunkmast (Quelle: Telefónica)
Mobilfunkmast von o2 (Quelle: Telefónica)

Zwei Netze verschmelzen

Seit dem Zukauf der E-Plus Gruppe durch Telefónica gehören mittlerweile beide Unternehmen und Marken - o2 und E-Plus - zu Telefónica Germany. Demzufolge gehören auch die beiden E-Netze zum spanischen Konzern. Dennoch werden E1- und E2-Netz derzeit noch getrennt betrieben. Je nach Mobilfunkvertrag und -anbieter wird entweder im E-Plus oder o2-Netz telefoniert und gesurft.

Langfristig sollen jedoch beide Netze verschmelzen, sodass es künftig nur noch ein E-Netz geben wird, das o2-Netz. Der erste Schritt auf dem Weg dahin ist bereits gemacht, denn Kunden im E-Plus bzw. o2-Netz verwendet beim Internetsurfen über UMTS das andere Netz mit. Wie funktioniert das? - Nun, beim sogenannten "National Roaming" nutzt der Kunde immer automatisch das bessere, vor Ort zur Verfügung stehende 3G-Netz. Steht an einem Standort zum Beispiel im o2-Netz nur GSM (2G) zur Verfügung und ist gleichzeitig im E-Plus Netz UMTS (3G) möglich, dann wählt sich das Smartphone automatisch ins andere Netz ein. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche.

Dank National Roaming surfen o2-Netz-Kunden teilweise auch im E-Plus-Netz. Kunden im E-Plus Netz surfen ebenfalls in beiden Netzen.

Das National Roaming für UMTS stellt nur einen ersten Schritt auf dem Weg zur Verschmelzung beider Netze dar. Ab Mitte 2016 wird auch das National Roaming über LTE ermöglicht. Langfristig werden die Netze tatsächlich zusammengelegt. Der Prozess nimmt jedoch einige Jahre in Anspruch.

o2 Netz Abdeckung
o2 Netz Abdeckung

Mit diesen Anbietern telefonieren und surfen Verbraucher im E-Netz

Viele Mobilfunkanbieter greifen zur Bereistellung ihrer Dienste auf die beiden E-Netze von Telefónica zurück. Doch nicht jeder kann auch LTE und die höchsten Internet-Geschwindigkeiten bereitstellen. Wer also nutzt was?

Anbieter Netz Maximale
Geschwindigkeit
LTE Besonderheiten mehr Infos
Logo o2

o2

Logo Bewertung o2 Netz

E2

225 Mbit/s

ja

o2 Free Tarife mit maximaler
LTE Geschwindigkeit

o2 Handy

o2 Netz

Logo 1&1

1&1

Logo Bewertung E-Plus Netz

E1

21,6 Mbit/s

ja

21,6 Mbit/s im E-Netz
LTE eingeschränkt verfügbar

1&1 Handy

1&1 Netz

Base Logo

Base

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

LTE eingeschränkt verfügbar

Base Handy

Base Netz

Smartmobil Logo

Smartmobil

Logo Bewertung o2 Netz

E2

225 Mbit/s

ja

LTE eingeschränkt verfügbar

225 Mbit/s nur mit Option LTE Turbo

Smartmobil

Smartmobil Netz

Blau Logo

Blau

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

seit Januar 2017 mit LTE

Blau

Blau Netz

Klarmobil Logo

Klarmobil

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

Tarife wahlweise im
D- oder E-Netz buchbar

Klarmobil Handy

Klarmobil Netz

Simyo

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

Tarife nur noch für Bestandskunden

Simyo Handy

Simyo Netz

Yourfone Logo

Yourfone

Logo Bewertung o2 Netz

E2

bis 225 Mbit/s

ja

auf "LTE" im Tarifnamen achten

225 Mbit/s nur mit Option LTE Turbo

Yourfone Handy

Yourfone Netz


Das E2-Netz von o2

Das E2-Netz wurde 1998 in Betrieb genommen und gehört seit 2002 zum deutschen Telefónica Tochterkonzern o2. Laut Aussagen des Netzbetreibers ist das o2-Netz im GSM Standard von 1800 MHz fast deutschlandweit verfügbar und es stehen 112 Frequenzblöcke zur Mobilfunkübertragung zur Verfügung.

Hinzu kommen die im Jahr 2000 von der Bundesnetzagentur erworbenen UMTS-Lizenzen. Mittels der HSPA+ Technik sind über UMTS (3G) mobile Datenübertragungsraten von bis zu 42 Mbit/s möglich. Der meiste Datentransport wird heute über das UMTS-Netz von o2 abgewickelt. 2010 beteiligte sich o2 als dritter Bieter an der Versteigerung der LTE Frequenzen durch die Bundesnetzagentur und sicherte sich einen großen Anteil der ausgeschriebenen Funkblöcke.

Das Thema der Stunde ist der LTE Ausbau, den auch o2 seit Jahren vorantreibt. Allerdings hat der Anbieter im Vergleich zur Konkurrenz im D-Netz Nachholbedarf: Während Vodafone LTE und Telekom LTE schon großflächig nutzbar sind, ist o2 LTE oft auf Großstädte und Ballungszentren begrenzt. Die maximale Surf-Geschwindigkeit im E2-Netz liegt aktuell bei 225 Mbit/s. Aufschluss über den aktuellen Netzstatus gibt die SmartWeb Seite zur o2 LTE Verfügbarkeit.

Bewertung o2 Netz

Netzqualität: Wie gut ist das E-Netz von o2?

Wie das Fachmagazin Connect und die Stiftung Warentest bestätigten, liegt das Leistungsvermögen des o2-Netzes spürbar hinter den Diensten der Telekom und von Vodafone, vor allem beim Datenversand und -empfang. Das E2-Netz landete deshalb bei Netztests regelmäßig auf Platz 3. Die generelle Netzabdeckung ist gut, die Sprachqualität hält sogar mit der Konkurrenz Schritt. Beim Internetsurfen - insbesondere in ländlichen Gebieten - ist der Qualitätsunterschied jedoch klar spürbar.

o2 Loop Prepaid SIM-Karte

Eigenschaften des E2-Netzes:

  • hohe Verfügbarkeit in Ballungsräumen, abfallend in ländlichen Gebieten
  • ordentliche Netzqualität
  • deutlich geringere LTE-Verfügbarkeit als im Vodafone- oder Telekom-Netz

Netzabdeckung - Ausbau von GSM, UMTS und LTE im E2-Netz

Wie erwähnt ist die generelle Netzabdeckung im E2-Netz gut. Das heißt: Fast überall in Deutschland ist steht das Netz zum Telefonieren zur Verfügung. Kritischer wird es aber beim schnellen Internetsurfen über UMTS (3G) oder LTE (4G). In Großstädten sind die beiden Technologien bereits gut ausgebaut. In ländlichen Regionen muss o2 jedoch gehörig nachbessern.

Zur Illustration haben wir uns zwei Beispiele, Berlin und den Schwarzwald, herausgesucht. Die Grafiken zeigen die Netzversorgung in Gebäuden (blau) und im freien (gelb) an. In Berlin weist das o2 Netz einen hohen LTE Ausbaugrad auf. Mobilfunkkunden surfen also überwiegend schnell im Internet. Im Umland ist LTE dagegen nicht ausgebaut; hier steht nur UMTS oder GSM zur Verfügung.

Noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf den Schwarzwald. Das Telefonieren und Surfen im geringer Geschwindigkeit funktioniert großflächig (GSM). Nur in wenigen Flecken gibt es kein Netz. UMTS und LTE sind im Schwarzwald jedoch nur spärlich verfügbar.

LTE-Netzabdeckung von o2 in Berlin
LTE-Netzabdeckung von o2 in Berlin
GSM-Netzabdeckung von o2 im Schwarzwald
GSM-Netzabdeckung von o2 im Schwarzwald
UMTS-Netzabdeckung von o2 im Schwarzwald
UMTS-Netzabdeckung von o2 im Schwarzwald
LTE-Netzabdeckung von o2 im Schwarzwald
LTE-Netzabdeckung von o2 im Schwarzwald

Das E1-Netz von E-Plus

Das E-Plus Netz ist das vierte deutsche Mobilfunknetz und gehört mittlerweile ebenfalls zu Telefónica (o2) Germany. Zwar verschmilzt es mittel- und langfristig mit dem E2-Netz (o2), dennoch muss es noch als separates Netz betrachtet und bewertet werden.

Das E1-Netz wird seit 1994 von E-Plus betrieben und ist unter diesem Namen landläufig kaum bekannt. Mit rund 19.000 GSM-Basisstationen steht das Netz momentan fast deutschlandweit zur Verfügung, liegt jedoch in den Bereichen UMTS und LTE weit hinter der Abdeckung, die durch das D-Netz gewährleistet wird. Auch das E2-Netz bietet eine deutliche höhere LTE Abdeckung.

Bewertung E-Plus Netz

Mit 112 Frequenzblöcken besitzt E-Plus einen ebenso hohen Anteil am E-Netz wie o2. Weiterhin verfügt E-Plus über ein Kontingent von im Jahr 2000 ersteigerten UMTS Frequenzen. Im Mai 2010 kamen LTE-Frequenzblöcke hinzu, sodass E-Plus Frequenzbänder im Bereich von 1,8 GHz, 2,0 GHz und 2,6 GHz zur Verfügung stehen. An den langwelligen LTE Frequenzbereichen um 800 MHz ist E-Plus nicht beteiligt.

E-Plus hat als letzter der vier Mobilfunknetzbetreiber mit dem Ausbau seines LTE Netzes begonnen. Der offizielle Startschuss für E-Plus LTE fiel erst im März 2014. Das Netz weist heute die mit Abstand geringste LTE Verfügbarkeit auf, sodass - in der Regel - lediglich Kunden in Ballungszentren auf LTE zurückgreifen können. Der Verfügbarkeit ist daher sehr gering. Zudem stockt derzeit der Ausbau von LTE im E-Plus Netz. Es bleibt, abzuwarten ob im Zuge des National Roaming o2 LTE demnächst auch für E-Plus Kunden verfügbar gemacht wird.

Günstig und viel genutzt

Die Leistung des Netzes konnte in der Vergangenheit in den Tests des Fachmagazins Connect und der Stiftung Warentest nur bedingt überzeugen, hat aber 2013, 2014 und 2015 deutlich Boden gut gemacht. Die Sprachqualität hält inzwischen sogar dem Vergleich mit D-Netz Diensten stand und auch der Datendurchsatz bei der Internetnutzung ist über das E1-Netz deutlich besser geworden. Das größte Defizit bleibt bei der Internetnutzung in ländlichen Regionen bestehen.

Logo E-Plus

Eigenschaften des E2-Netzes:

  • hohe Verfügbarkeit in Ballungsräumen
  • stark abfallend in ländlichen Gebieten
  • Platz 4 in den meisten unabhängigen Netztests
  • von Base und vielen Mobilfunk-Discountern genutzt

Netze im Vergleich: Stabilitätsgefälle zwischen Stadt und Land

Das E-Netz verfügt aufgrund der genutzten Frequenzen über eine geringere Sendeleistung als das D-Netz. Eine sich daraus ergebende Konsequenz, ist, dass die Netz-Verfügbarkeit trotz hoher Anzahl und weiter Verbreitung von Sendemasten im ländlichen Raum schlechter als in Ballungsgebieten ausfällt. Funklöcher treten im E-Netz also häufiger auf als im D-Netz. Ihre Anzahl ist jedoch in den letzten Jahren durch verstärkten Netzausbau weit zurückgegangen.

Im Allgemeinen sind die Qualitätsunterschiede geringer geworden. Allerdings gibt es weiterhin deutliche Unterschiede beim mobilen Internetsurfen. Zum einen ist die maximale Geschwindigkeit im E-Netz niedriger und zum anderen fällt die Internet-Verfügbarkeit in ländlichen Gebieten schlechter aus. .

Mobilkunkfrequenzen im Vergleich
GSM-Frequenzen von D-Netzen und E-Netzen

Blick auf die D-Netz Konkurrenz

Wissenswertes zum Aufbau und zu den Eigenschaften der Netzinfrastuktur der D-Netz Betreiber Telekom und Vodafone bietet die SmartWeb Seite zum D-Netz.