Handynetze

Mobilfunknetze in Deutschland - welches ist das beste?

Die Auswahl an Tarifen zum Internetsurfen und Telefonieren mit dem Smartphone ist groß. Doch wie gut ein Tarif wirklich ist, zeigt sich erst beim Netz. Die Telekom, Vodafone und o2 betreiben eigene Netze, das D1-Netz, das D2-Netz, das E1-Netz und das E2-Netz. SmartWeb stellt die Netze vor und verrät, welches vorn liegt.

Aktualisiert 09.02.2017
Handynetze: Die Mobilfunknetze der deutschen Handyanbieter im Test 1 Sterne 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne (157)

D-Netz - Telekom und Vodafone bei Netzqualität vorn

Die stabilsten und meistgenutzten Mobilfunknetze sind das D1-Netz der Telekom und das D2-Netz von Vodafone. In beiden Netzen stehen drei verschiedene Frequenzbereiche für die Signalübertragung zur Verfügung:

  • GSM Frequenzen, die vor allem für Sprachmitteilungen genutzt werden
  • UMTS Frequenzen für den Datenversand bei Internetnutzung
  • LTE Frequenzen (seit 2010) mit denen derzeit Internet-Highspeed von bis zu 375 Mbit/s erreicht wird
Mobilkunkfrequenzen im Vergleich
GSM-Frequenzen von D-Netzen und E-Netzen
Bewertung Telekom D1 Netz

LTE Netzausbau bringt deutliche höhere Geschwindigkeiten

LTE, das bedeutet: Download-Raten von bis zu 375 Mbit/s bei der Nutzung des mobilen Internets und somit viele neue Möglichkeiten und besonders hoher Komfort. Um den Mobilfunk auf die neuen LTE-Frequenzen ausweiten und entsprechende Angebote dem Nutzer flächendeckend zur Verfügung stellen zu können, rüsten die D-Netz Anbieter ihre Netze seit 2010 verstärkt auf.

Beide Netze werden allerdings seit Jahren auch frequenzunabhängig immer weiter ausgebaut um Qualität und Verfügbarkeit zu steigern. Daher schneiden sie in den regelmäßigen Tests unabhängiger Prüfer stets mit Bestnoten ab, wobei bisher die Telekom ihrem Hauptkonkurrenten Vodafone immer um eine oder gar mehrere Längen voraus war.

Weitere Informationen zum D1-Netz der Telekom und zum D2-Netz von Vodafone finden sich auf der SmartWeb Seite zum D-Netz.

Bewertung Vodafone D2 Netz

Tarife, Preise, Leistung: Telekom, Vodafone und o2 im Anbieter-Check

Ausführliche Informationen zu den Netzbetreibern und ihren Angeboten hält SmartWeb auf in den Anbieter-Checks zu Telekom Mobilfunk, Vodafone Mobilfunk und o2 Mobilfunk bereit.


E-Netz - Netze von o2 und E-Plus mit Schwächen

Die beiden E-Netze wurden später als die D-Netze als Betreibernetze in Deutschland eingeführt. Das E1-Netz ist besser bekannt als E-Plus Netz, das E2-Netz wird in der Regel schlicht o2-Netz genannt. Auch in diesen Netzen wird innerhalb mehrerer Frequenzbereiche "gefunkt", um mobile Sprach- und Internet-Dienste bereitzustellen:

  • GSM Frequenzen
  • UMTS Frequenzen
  • LTE Frequenzen

E-Netze wachsen zusammen

Durch den Zukauf von E-Plus gehören mittlerweile beide E-Netze zu Telefónica Germany, dem Mutter-Konzern von o2. Deshalb wachsen die Netze derzeit Stück für Stück zusammen. In einem ersten Schritt können Nutzer des o2-Netzes das E-Plus Netz immer dann mitbenutzen, wenn es vor Ort eine bessere UMTS-Verbindungsqualität bietet (sogenanntes "National Roaming"). Umgedreht surfen auch E-Plus Kunden bei Bedarf im Netz von o2. Für Kunden von o2, Base und anderen Anbietern hat sich die Netzqualität beim mobilen Internetsurfen dadurch merklich verbessert, allerdings ist die Regelung derzeit auf UMTS-Verbindungen beschränkt.

Bewertung E2 o2 Netz

o2 LTE - Verfügbarkeitsschub ab Mitte 2016?

Das National Roaming wird seit Mitte 2016 auf LTE-Frequenzen übertragen, sodass die LTE Verfügbarkeit im E2-Netz in Zukunft spürbar steigen sollte.

Aktuell können die E-Netze nicht mit dem Tempo und der Verfügbarkeit der D-Netze mithalten. Die maximal möglichen Datenraten in den D-Netzen sind höher und auch die Netzabdeckung ist deutlich besser. Dass o2 den Rückstand in naher Zeit aufholen wird, scheint trotzt der laufenden Netzfusion unwahrscheinlich. Die größten Nachteile gibt es immer noch beim mobilen Internetsurfen in ländlichen Gebieten.

Auch Kunden im E-Plus Netz greifen bei der UMTS-Versorgung dank National Roaming auch auf das o2-Netz zurück. Die LTE Verfügbarkeit ist hier allerdings besonders gering. Weitere Informationen zum E1-Netz von E-Plus und zum E2-Netz von o2 bietet die SmartWeb Seite E-Netz.

Bewertung E1 E-Plus Netz

Mobilfunkanbieter und ihre Netze - D-Netz oder E-Netz?

Natürlich bieten nicht nur die Netzbetreiber, sondern auch andere Provider Mobilfunktarife an. Dabei ist nicht immer ersichtlich, in welchem Netz sie ihre Services anbieten. In der Tabelle haben wir deshalb die wichtigsten Premium-Anbieter und Discounter mit ihren jeweiligen Besonderheiten zusammengestellt.

Anbieter Netz Maximale
Geschwindigkeit
LTE Besonderheiten mehr Infos
Logo Telekom

Telekom

Logo Bewertung Telekom Netz

D1

300 Mbit/s

ja

Sieger vieler Netztests

Telekom Handy

Telekom Netz

Logo Vodafone

Vodafone

Logo Bewertung Vodafone Netz

D2

375 Mbit/s

ja

hoher LTE-Ausbaustatus

Vodafone Handy

Vodafone Netz

Congstar Logo

Congstar

Logo Bewertung Telekom Netz

D1

42 Mbit/s

nein

Telekom-Tochter, kein LTE

Congstar Handy

Congstar Netz

Logo 1&1

1&1

Logo Bewertung Vodafone Netz

D2

42,2 Mbit/s

nein

höhere Geschwindigkeit als
bei anderen Discountern

1&1 Handy

1&1 Netz

Otelo Logo

Otelo

Logo Bewertung Vodafone Netz

D2

42,2 Mbit/s

nein

Vodafone-Tochter, kein LTE

Otelo Handy

Otelo Netz

Klarmobil Logo

Klarmobil

Logo Bewertung Telekom Netz

D1/D2

42 Mbit/s

nein

Tarife wahlweise im
D- oder E-Netz buchbar

Klarmobil Handy

Klarmobil Netz

Smartmobil Logo

Smartmobil

Logo Bewertung Vodafone Netz

D2

7,2 Mbit/s

nein

Tarife im D-Netz ohne LTE
und nur für Wenigsurfer

Smartmobil

Smartmobil Netz

Anbieter Netz Maximale
Geschwindigkeit
LTE Besonderheiten mehr Infos
Logo o2

o2

Logo Bewertung o2 Netz

E2

225 Mbit/s

ja

E2 LTE Netz besser als bei E-Plus (E1)

o2 Handy

o2 Netz

Logo 1&1

1&1

Logo Bewertung E-Plus Netz

E1

21,6 Mbit/s

ja

bis 42,2 Mbit/s  im D-Netz, 21,6 Mbit/s im o2-Netz
LTE eingeschränkt verfügbar

1&1 Handy

1&1 Netz

Base Logo

Base

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

LTE eingeschränkt verfügbar

Base Handy

Base Netz

Smartmobil Logo

Smartmobil

Logo Bewertung o2 Netz

E2

225 Mbit/s

ja

LTE eingeschränkt verfügbar

225 Mbit/s nur mit Option LTE Turbo

Smartmobil

Smartmobil Netz

Simyo

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

Tarife nur noch für Bestandskunden

Simyo Handy

Simyo Netz

Blau Logo

Blau

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

seit Januar 2017 mit LTE

Blau

Blau Netz

Klarmobil Logo

Klarmobil

Logo Bewertung o2 Netz

E2

21,6 Mbit/s

ja

Tarife wahlweise im
D- oder E-Netz buchbar

Klarmobil Handy

Klarmobil Netz

Yourfone Logo

Yourfone

Logo Bewertung o2 Netz

E2

bis 225 Mbit/s

ja

auf "LTE" im Tarifnamen achten

225 Mbit/s nur mit Option LTE Turbo

Yourfone Handy

Yourfone Netz


Entwicklung der Handynetze - Von A- bis E-Netz, von GSM bis LTE

Seit den 1950er Jahren gibt es in Deutschland Mobilfunknetze. Die ersten drei, das A-Netz, das B-Netz und das C-Netz, basierten auf einem analogen, nur in Deutschland nutzbarem Standard und wurden von der Deutschen Bundespost betrieben. Mit dem D-Netz wurde 1992 der bis heute bestehende digitale GSM Mobilfunk-Standard eingeführt, der weltweit in über 130 Ländern genutzt wird.

Im selben Jahr wurden zum ersten Mal Betreiberlizenzen an einen privaten Konzern vergeben. Die Mannesmann AG, die 2002 in der Vodafone AG aufging, stach alle weiteren Bewerber aus und wurde zum ersten Konkurrenten der Bundespost und der später aus ihr hervorgehenden Deutschen Telekom. Erst durch die Aufteilung des D-Netzes in D1 (Telekom) und D2 (Vodafone) kam Bewegung in den deutschen Mobilfunkmarkt, der infolge dessen immer mehr Kunden gewinnen konnte. Zunächst jedoch nur im kleineren Rahmen, schließlich kosteten die ersten Mannesmann Handys rund 3.000 DM.

Vier Anbieter für den freien Markt

1994 ging das bisher letzte Betreibernetz, das E-Netz, an den Start. Lizenzen gingen zunächst an E-Plus, drei Jahre später dann an Viag Interkom, heute in die Telefónica Tochter o2 integriert. Das E1-Netz von E-Plus und das E2-Netz von o2 basieren in erster Linie auf Mobilfunkfrequenzen mit kürzerer Reichweite als die im D-Netz genutzten Frequenzen. Dennoch sind heutzutage störungsfreie Sprachverbindungen in allen vier Anbieternetzen so gut wie deutschlandweit möglich.

Der Weg zum mobilen Internet

Um auch mobile Internetnutzung anbieten zu können, ersteigerten alle vier Betreiber im Jahr 2000 dafür geeignete UMTS-Frequenzen von der Bundesnetzagentur. Eine Investition, die sich spätestens mit Einführung der ersten Smartphones als sinnvoll erwiesen hat. Da jedoch auch hier nur begrenzte Kapazitäten verfügbar sind, wurde sehr bald der Datenbeschleuniger HSPA+ in die vier Netze integriert, der Leistung und Geschwindigkeit bei Datentransfers erhöht. In gut ausgebauten Gebieten, aktuell vor allem im D-Netz, ermöglicht das Technologie-Upgrade für die mobile Internetnutzung Surfgeschwindigkeiten von bis zu 42,2 Mbit/s.

4G: Mobilfunk der neuen Generation

Die nächste Stufe der Entwicklung wurde im Mai 2010 durch die Versteigerung der LTE-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur ermöglicht. Hier erwarben die Telekom (D1), Vodafone (D2) und o2 (E2) weitere Lizenzen, die langfristig zur flächendeckenden mobilen Datenübertragung mit bis zu 100 Mbit/s Download-Geschwindigkeit verwendet werden sollen. Der Netzausbau läuft zurzeit auf Hochtouren und in vielen Gebieten steht LTE für die mobile Nutzung bereits zur Verfügung. Aber auch mit 100 Mbit/s ist die Grenze noch lange nicht erreicht, denn im Spätsommer 2013 rüsteten Vodafone und die Telekom ihre Netze mit dem erweiterten Standard Category 4 (LTE Cat4) auf, was den Maximal-Speed auf 150 Mbit/s erhöhte. Mittlerweile bietet die Telekom ihren Kunden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s an. Vodafone ist derzeit bei bis zu 225 Mbit/s angelangt, plant aber bereits den Start von weitaus höheren Geschwindigkeiten. Als nächstes steht zudem der Datenbeschleuniger LTE Advanced in den Startlöchern, ebenfalls ein reines Upgrade der bestehenden Technologie, ähnlich wie HSDPA+. Dieser wird bereits in verschiedenen europäischen Ländern getestet und stellt Download-Raten von bis zu 1000 Mbit/s in Aussicht.

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