Huawei P20 Lite Test

Das zweiäugige Lite-Modell im Praxis-Check

SmartWeb Test vom , 0 85 / 100
Huawei P20 Lite

Mit dem Huawei P20 Lite bringt der Handy-Hersteller aus China eine erschwingliche Variante seiner Edel-Flaggschiffe auf den Markt. Das etwas kompaktere Gerät zählt technisch mit seiner Dual-Cam und Hardware zur Mittelschicht, in puncto Design und Verarbeitung klopft Huawei schon bei der Oberklasse an. Wir berichten über unsere Erfahrungen mit dem P20 Lite.

Huawei P20 Lite
"gut"
85/100
Stand: 31.07.2018

Einschätzung

  • schönes Design und gute Haptik
  • leuchtstarkes Display mit Full-HD+
  • ordentliche Akku-Laufzeit
  • separate Kopfhörerbuchse
  • kein Gehäuseschutz
  • schwache Doppel-Kamera bei Dunkelheit
  • kein optischer Zoom

Das Huawei P20 Lite ist alles in allem ein solides Mittelklasse-Smartphone. Besonders beeindrucken konnten Design und Verarbeitung, Minuspunkte gab es hingegen bei der Dual-Kamera und dem fehlenden Gehäuseschutz vor Wasser und Staub.

Während sich andere Smartphone-Hersteller schon langsam von der Idee entfernen, ihr neues Flaggschiff-Modell zusammen mit einer abgespeckten Variante zu veröffentlichen, bleibt Huawei seinen Geschäftspraktiken treu. Mit dem Huawei P20 Lite rundet das chinesische Unternehmen seine P20-Serie nach unten hin ab und stellt mit dem Smartphone-Trio ein passendes Angebot in jeder Preisklasse bereit.

Rein optisch lässt sich die preiswerte Variante nur schwer von den höherwertigen Ausführungen unterscheiden, auch die Verarbeitung befindet sich nahezu auf Augenhöhe. Obwohl das Huawei P20 zu seinem Marktstart fast doppelt so teuer war, scheinen sich die Geräte zumindest in ihrem Design in kaum etwas nachzustehen. Was sich zum äußeren Erscheinungsbild und zur Qualität der Hardware sagen lässt, verraten wir in unserem Praxistest.

SmartWeb Test-Fazit
Stefanie

Mit dem P20 Lite ist Huawei ein attraktives Mittelklasse-Gerät gelungen, welches den Balanceakt zwischen einer modernen Optik, einer leistungsstarken Technik und einem fairen Preis gut meistert. Hier und da weist das Smartphone zwar kleine Schwächen auf, besticht aber dennoch mit einem gut verarbeiteten Gehäuse, einer schnellen Performance im Alltag und einer soliden Dual-Cam bei Tageslicht. Wer sich hingegen bessere Fotos wünscht und einige Features bei dem P20 Lite vermisst, sollte einen Bogen um die neue Mittelklasse von Huawei machen und sich die Smartphones aus dem Premium-Bereich anschauen.

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Huawei P20 Lite

Mix aus Glas und Aluminium: Trendiges Design, gute Haptik

So ähnlich sich die einzelnen Modelle des Huawei-Trios sind, so sehr unterscheidet sich das P20 Lite beim genaueren Hinschauen. Anders als bei den größeren Modellen, verzichtet Huawei auf einen physischen Home-Button, welcher sonst auch als multifunktionaler Fingerabdruckleser dient. Stattdessen ziert die Aufschrift des Smartphone-Herstellers den unteren Displayrand, während der Fingerabdruckscanner auf die Rückseite gewandert ist. Ein weniger relevanter, aber dennoch hervorhebenswüdiger Unterschied findet sich bei der "Notch"-Aussparung über dem Bildschirm. Diese kleine Frontkamera-Insel fällt bei dem P20 Lite etwas größer aus, kann auf Wunsch aber auch über das Einstellungsmenü verborgen werden.

Über das Design und die Verarbeitung des Geräts lässt sich nicht allzu viel mäkeln. Das Huawei P20 Lite liegt aufgrund seines niedrigen Gesamtgewichts von 145 Gramm allerdings nicht ganz so griffig wie das 20 Gramm schwerere Huawei P20 in der Hand. Auch die aus dem Gehäuse hervorstehende Hauptkamera könnte sich für den ein oder anderen Nutzer als störend erweisen, da das Gerät so nicht komplett flach auf dem Tisch liegen kann. Einen in der Mittelklasse gängigen Minuspunkt sammelt das Smartphone mit seiner fehlenden IP Schutzklasse, die zumindest bei dem P20 Pro die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser signalisiert.

Ansonsten ist das Gehäuse mit seinem Metallrahmen und seiner Glasrückseite optisch ein echter Hingucker und überzeugt mit einer festen Bauweise. Gut ist auch die separate Kopfhörerbuchse, die Nutzer ihre Kopfhörer und ihren USB-Typ-C-Kabel zur selben Zeit an das Smartphone ohne Klinken-Adapter anschließen lässt. Neben der Identifizierung des eigenen Fingerabdrucks lässt sich das Gerät zudem über die Gesichtserkennung entsperren. Beide Methoden haben anstandslos ihren Zweck erfüllt, wenn auch bei der Gesichtserkennung auf die mangelnde Sicherheit des Face Unlocks hingewiesen wird.

Bunte Viererbande am Start

Beim Huawei P20 Lite geht es bunt zur Sache: Während das P20 und das P20 Pro in drei Farbausführungen ihren Verkaufsstart einläuteten, steht bei dem kleineren Modell noch eine weitere Farbe zur Auswahl. Unser Testgerät erreichte die SmartWeb-Redaktion in der Farbe "Klein Blue" mit glänzender Metall-Optik. Die Farbpalette beinhaltet darüber hinaus die Nuancen "Sakura Pink", "Midnight Black" und "Platinum Gold".

Huawei P20 Lite Farben
Huawei P20 Lite Farben: Klein Blue, Sakura Pink, Platinum Gold und Midnight Black

P20 Lite im Performance-Test: Was taugt die Technik?

Der LCD-Screen des Huawei-Smartphones hat eine Diagonale von 5,84 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 18,7:9. Die Standard-Auflösung ist FHD+, was 2.280 x 1.080 Bildpunkten entspricht. Das Display findet mit seiner natürlichen Farbwiedergabe, guten Leuchtkraft und scharfen Darstellung Gefallen. Auch im Freien bei starkem Lichteinfall oder beim Betrachten des Bildschirms von unterschiedlichen Blickwinkeln zeigt das Smartphone keine Schwächen. Wer mit den Default-Einstellungen aber nicht zufrieden ist, kann diverse Änderungen in den Einstellungen vornehmen. Hier lässt sich unter anderem die Helligkeit anpassen, die Display-Kerbe mit einem durchgehend schwarzen Rahmen verbergen und die Bildschirmauflösung niedriger einstellen, um Strom zu sparen.

Unter der Haube kommt der Mittelklasse-Prozessor Kirin 659 zum Einsatz, der zwar in unserem Test für eine geschmeidige Performance gesorgt hat, aber besonders unter Hochdruck nicht so ganz mit der Qualität des Kirin 970er Modell der übrigen P20-Serie mithalten konnte. Dem Chipsatz stehen ein 4 GB großer Arbeitsspeicher und ein Gerätespeicher mit einer Kapazität von 64 GB zur Seite. In dieser Disziplin ist das Lite-Modell den größeren Varianten sogar einen beachtlichen Schritt voraus. Im Gegensatz zu diesen können im P20 Lite Speicherkarten im Format MicroSD eingeführt werden und die Kapazität auf bis zu 256 GB ausgereizt werden. In Sachen Mobilfunk-Konnektivität ist auch soweit alles im Lot: Ohne WLAN kann mit bis zu 300 Mbit/s (Cat.6) gesurft werden, mit WLAN steht dem Nutzer der derzeit höchste ac-Standard zur Verfügung. Bluetooth 4.2 und Android 8.0 Oreo sind auch dabei.

3.000-mAh-Akku mit Schnelllademöglichkeit

Huawei hat das P20 Lite mit einem 3.000-Milliamperestunden-Akku ausgestattet. In unserer Akku-Wertung konnte der Stromspeicher mit einer langen Laufzeit überzeugen, die sich bei regulärer Nutzung auf ungefähr 1,5 Tagen ausdehnte. Auch bei Vielnutzung zeigte sich das Gerät nicht allzu energiehungrig, abends sollte es allerdings wieder an eine Stromquelle angeschlossen werden. Um den Ladevorgang möglichst kurz zu gestalten, hat Huawei erfreulicherweise auch dem Lite-Smartphone ein Schnellladegerät beigelegt. Denn ist der Akku einmal leer, dauert eine Vollladung mit Huawei Quick Charge etwa nur eine 1 Stunde und 40 Minuten. Wer mit seiner Laufzeit ohne zwischenzeitliches Aufladen in die Verlängerung gehen will, kann zudem diverse Energiesparmodi einsetzen. Ausgewechselt werden kann der Akku auf eigene Faust nicht, hierfür müssen Nutzer den Kundenservice des chinesischen Herstellers aufsuchen.

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Ambitionierte Dual-Kamera mit Hang zur Überbelichtung

Bislang blieb den Lite-Smartphones von Huawei die doppelte Kameralinse verwehrt, jetzt macht die Handyschmiede aus China damit Schluss. Im P20 Lite hält erstmals eine Dual-Kamera mit einer 16- und einer 2-Megapixel-Linse Einzug. Der Hauptsensor wird von einer f/2.2-Blende unterstützt, dazu kommen ein LED-Blitz und ein Phasenvergleichs-Autofokus. Das Pendant darunter dient ausschließlich dazu, Abstandsinformationen zu sammeln und zu berechnen, um den Vorder- vom Hintergrund für den Schärfentiefe-Effekt bei Porträts zu unterscheiden.

Weniger gut, aber durchaus verständlich ist, dass Käufer der Lite-Variante im Vergleich zum Huawei P20 (Pro) mit ein paar fehlenden Features auskommen müssen. Zum einen war bei der Entwicklung der bekannte Kamera-Hersteller Leica nicht mit an Bord, zum anderen wurde aufgrund des Prozessors kein KI-Assistent für die automatische Objekt- und Szenenerkennung integriert. Demnach kann die Kamera die anvisierten Motive nicht eigenständig erkennen und die Bildeinstellungen entsprechend anpassen. Auch an einem optischen Zoom, ganz zu schweigen von dem fünffachen Hybrid-Zoom der höherwertigen China-Smartphones, können sich Nutzer des P20 Lite nicht erfreuen.

Helle Aufnahmen auch bei düsteren Lichtverhältnissen

Im Praxis-Test konnte die Hauptkamera vor allem im Freien mit leuchtstarken Aufnahmen dienen, die allerdings nicht immer ganz der Realität entsprachen. Abhängig von dem Lichteinfall und der Position des Fotografen hat das P20 Lite dieselben Motive aus anderen Blickwinkeln des Öfteren mit einer völlig anderen Helligkeitseinstellung abgelichtet - allerdings mit keinen schlechten Resultaten.

Huawei P20 Lite
Bildaufnahme mit dem Huawei P20 Lite entgegen der Sonne
Huawei P20 Lite
Bildaufnahme mit dem Huawei P20 Lite mit Sonneneinstrahlung

Auch im direkten Vergleich mit dem Huawei P20 wird deutlich, dass gute Lichtverhältnisse beim Fotografieren mit dem Lite-Modell einen sehr großen Unterschied machen. In weniger großzügig belichteten Innenräumen kann es nicht so ganz mit der Low-Light-Performance seines großen Bruders mithalten.

Huawei P20
Bildaufnahme mit dem Huawei P20 in einem Innenraum
Huawei P20 Lite
Bildaufnahme mit dem Huawei P20 Lite in einem Innenraum

Zwar kommt die Kamera des P20 Lite nicht an die Leistung der Premium-Modelle heran, sorgt aber dennoch für gute Aufnahmen bei Tageslicht. Schwierigkeiten hat die Kamera vor allem in dunklen Umgebungen, wo nur wenig Licht einfällt. Details und Schärfe sind vorhanden, manchmal meint es die Software aber auch zu gut und schärft nachträglich noch einmal ordentlich nach. Die Frontkamera löst mit 16 Megapixeln auf und soll mit seiner integrierten Light-Fusion-Technologie für brillante Selfies sorgen.

Bereich und Gewichtung Kriterien Testurteil

Bedienung und Display

Gewichtung 40%

  • äußeres Design, Verarbeitung
  • Menüführung, Bedienfreundlichkeit
  • Reaktionsfreudigkeit, Farbdarstellung

90/100

Funktionen und Ausstattung

Gewichtung 40%

  • Leistung Hardware-Komponenten
  • Eigenschaften, Funktionen im Detail
  • Akku: Austauschbarkeit und Leistung

85/100

Kamera

Gewichtung 20%

  • Kameraeinstellungen- und Funktionen
  • Bild- und Videoqualität

80/100

Gesamtwertung

alle

85/100