Huawei P9 Lite Test

Huawei setzt Ausrufezeichen in der Smartphone-Mittelklasse

SmartWeb Test vom , 0 84 / 100
Huawei P9 Lite

Wie dem P8 stellt Huawei auch dem P9 wieder eine günstigere Lite-Variante zur Seite. Ob der Hersteller auch das Huawei P9 Lite an den richtigen Stellen verschlankt hat oder doch nur Magerkost auftischt, zeigt unser Test.

Der chinesische Hersteller Huawei hat sich auf dem weltweiten Smartphone-Markt inzwischen als starke Nummer Drei hinter Samsung und Apple etabliert. Auch mit ihrem 2016er Flaggschiff Huawei P9 haben die Chinesen im Frühjahr wieder ein konsequent weiterentwickeltes und konkurrenzfähiges Highend-Smartphone vorgelegt. Das Huawei P9 Lite spricht mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro nun zwar den etwas kleineren Geldbeutel an, bietet aber durchaus vielversprechende Technik - zumindest auf dem Papier.


Huawei P9 Lite
"gut"
84/100
Stand: 04.07.16

Einschätzung

  • Achtkern-Prozessor
  • 5,2 Zoll Full-HD Display
  • 13 Megapixel Kamera
  • Fingerabdruck-Sensor
  • Dual-SIM Unterstützung
  • Akku nicht austauschbar

Preiswerter Leistungsträger - Das Huawei P9 Lite erweist sich als rundum gelungenes Mittelklasse-Smartphone ohne ernsthafte Schwachpunkte.


SmartWeb Test-Fazit

Light-Produkten hängt ja der Ruf nach, immer nur ein fader Abklatsch des Originals zu sein. Für das Huawei P9 Lite gilt das sicher nicht, denn mit dem starken Display und der guten Kamera hat sich das Lite-Modell trotz mancher Abstriche viele Stärken des Originals bewahrt. Einzig das "gewisse Extra", das dem Huawei P9 Lite helfen würde, so richtig aus dem stark besetzten Mittelklasse-Segment herauszustechen - das fehlt am Ende vielleicht doch.

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Bedienung, Menüführung, Funktionen

Zumindest auf den ersten Blick sieht das Huawei P9 Lite dem "echten" P9 zum Verwechseln ähnlich. Was das grundlegende Design und die Abmessungen angeht, unterscheiden sich die beiden Modelle tatsächlich kaum, erst im direkten Vergleich fällt auf, dass der Rahmen um den 5,2 Zoll Bildschirm beim P9 Lite etwas breiter ausfällt und es mit seinen 7,5 Millimeter Tiefe zudem ein klein wenig dicker ist. Weiter ins Gewicht fällt das übrigens nicht -  mit 147 Gramm ist das P9 Lite gerade einmal 3 Gramm schwerer als das Original.

Dank der durchweg ordentlichen Verarbeitung fällt zunächst auch kaum auf, dass anders als beim P9 nur der Gehäuserahmen aus Metall ist - trotz des Kunststoff-Rückens wirkt das Huawei P9 Lite sehr wertig. Einen kleinen Abzug in der B-Note gibt es jedoch für die fehlende Texturierung der Rückseite, die mit ihrer glatten Oberfläche kaum Halt bietet. Die Verarbeitung hingegen ist durchaus hochwertig, auch die Tasten wackeln nicht und wissen mit knackigen Druckpunkten zu gefallen.

Eines der Aushängeschilder des Huawei P9 Lite ist sein Full-HD Bildschirm. Nicht nur stellt das Display Inhalte mit einer Pixeldichte von 423 ppi knackig scharf dar, auch in Sachen Helligkeit und Farbstärke weiß es voll zu überzeugen. Auch bei Sonnenschein und schrägem Blickwinkel bleibt die Darstellung noch gut lesbar. Dass die Smartphone-Oberklasse inzwischen gerne schon mit Quad-HD Auflösung protzt - geschenkt. Allzu große Qualitätsunterschiede nimmt das Auge hier nämlich gar nicht mehr wahr.

Die Bedienung des Huawei P9 Lite könnte Android-Puristen zunächst etwas Gewöhnung abverlangen. Denn dem aktuellen Android Marshmallow hat der Hersteller seine eigene Benutzeroberfläche Huawei EMUI 4.1 übergestülpt. Der im Standard-Android vorhandene App-Drawer beispielsweise musste so einmal mehr weichen. Alle Apps landen also zwingend als Icon auf dem Homescreen, können zur besseren Übersicht aber wie gewohnt in Ordnern zusammengefasst werden. Insgesamt ist das Huawei-Interface jedoch eine durchaus runde Sache. Wer sich ein wenig einarbeitet, wird im Gegenzug mit vielen Personalisierungsmöglichkeiten und einigen sinnvollen Bedienkniffen belohnt.

Huawei P9 Lite Einstellungsmenü
Anpassung der Navigationsleiste im Einstellungs-Menü

Mit dem Fingerabdrucksensor ist ein Bedien-Feature mit dabei, das gerade in der Preisklasse des P9 Lite noch keine Selbstverständlichkeit ist. Wie bei anderen Huawei-Modellen sitzt dieser auch beim P9 Lite gut erreichbar auf der Geräterückseite. Durch den Sensor lassen sich zum Beispiel Online-Einkäufe besonders einfach autorisieren, er ist aber auch für viele wesentlich banalere Komfortfunktionen gut. Unter anderem kann die Bildschirmsperre statt über den üblichen Zahlencode auch einfach per Fingerscan aufgehoben werden. An einigen Stellen lässt sich die Sensorfläche sogar für zusätzliche Wischgesten nutzen, zum Beispiel beim Durchblättern der Fotogalerie. Das alles funktioniert zuverlässig und prompt, was die Sensoreinheit letztlich zu einer echten Bereicherung für die Bedienung macht.

Die übrige im P9 Lite verbaute Sensorik umfasst einen Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor und einen digitalen Kompass. Auf ein echtes Gyroskop hat Huawei verzichtet - bestimmte Anwendungen wie 360 Grad-Videos oder Google Cardboard-Spielereien fallen für P9 Lite Nutzer also leider flach.

Performance & Konnektivität

Als Prozessor kommt im Huawei P9 Lite der vom Hersteller selbst entwickelte Achtkerner Kirin 650 zum Einsatz. Dabei takten vier der Kerne mit 2 Gigahertz, die anderen vier mit 1,7 Gigahertz. In Kombination mit den 3 GB Arbeitsspeicher, die Huawei dem Gerät spendiert hat, legt das P9 Lite eine durchaus ordentliche Performance an den Tag. Die alltägliche Bedienung und reguläre Apps laufen so auch butterweich, lediglich bei technisch aufwendigen Spielen macht sich der ein oder andere unschöne Ruckler bemerkbar.

Der interne Speicher des Huawei P9 Lite ist mit 16 GB nicht sonderlich großzügig bemessen. Für eigene Daten stehen dem Nutzer dabei noch etwa 10 Gigabyte zur Verfügung. Ärgerlich: Da Huawei zudem noch einen ganzen Schwung an Drittanbieter-Apps und Spiele-Demos vorinstalliert hat, sind zum Start sogar lediglich 7,5 GB Speicher frei. Immerhin lässt sich der Stauraum per Micro-SD Karte um bis zu 128 GB erweitern. Dann muss jedoch auf eine andere Funktion verzichtet werden. Das Huawei P9 Lite ist nämlich Dual-SIM-fähig und kann statt mit einer Speicherkarte wahlweise auch mit einer zweiten SIM-Karte bestückt werden.

Huawei P9 Lite: SIM-Kartenschacht

Da das Huawei P9 Lite den aktuellen LTE Cat 6 Standard unterstützt, ist es für mobile Surfgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s gerüstet. Wenn es um die Datenübertragung im Heimnetzwerk geht, ist das P9 Lite dagegen nicht ganz auf dem Stand der Zeit und unterstützt statt des neuesten WLAN ac Standards "nur" WLAN n. Ansonsten ist in Sachen Konnektivität aber alles Wichtige an Bord - GPS, Glonass und Bluetooth 4.1 sind genauso mit dabei wie ein NFC Modul. Auch den Schritt auf USB-C hat Huawei übrigens noch nicht mit gemacht und setzt beim P9 Lite noch auf einen Micro-USB Anschluss.

Lob verdient sich das Huawei P9 Lite für seinen 3.000 mAh Akku, der einen locker durch den Arbeitstag bringt. Auf der anderen Seite lässt das Gerät eine Schnelladefunktion vermissen - geht der Batterie die Luft aus, muss das P9 Lite daher vergleichsweise lange ans Ladekabel. Und da die Batterieeinheit fest im Gehäuse verbaut ist, kann in dieser Situation auch kein schneller Akkutausch vorgenommen werden.

Huawei P9 Lite Kamera: Aus zwei mach eins

Die Kamera war eines der ganz großen Kaufargumente für das Huawei P9, das mit einem speziellen, von Leica mitentwickelten Doppel-Objektiv ausgestattet war. Hier hat Huawei beim Lite-Modell wohl am deutlichsten den Rotstift angesetzt. Statt einem Tandem aus Farb- und Monochrom-Kamera findet sich so "nur" noch eine normale Smartphone-Knipse auf der Rückseite.

Die 13 Megapixel Kamera des Huawei P9 Lite schlägt sich allerdings gar nicht schlecht. Gerade bei guten Lichtverhältnissen gelingen farbenfrohe Schnappschüsse, die sich schon beinahe mit denen des P9 messen können. Spätestens im Dämmerlicht wird man dann aber doch daran erinnert, dass man mit dem Huawei P9 Lite eben in der Mittelklasse unterwegs ist: Bei schlechten Lichtverhältnissen schleichen sich nämlich relativ schnell merkliche Farbverfälschungen und Bildrauschen ein.

Pluspunkte sammelt Huawei dagegen mit seiner aufgeräumten Kamera-App, die zudem nicht nur die üblichen Automatiken und vorgefertigten Farbfilter anbietet. Auf Wunsch lässt sich nämlich ein Profi-Modus aktivieren, in dem beispielsweise ein Weißabgleich durchgeführt, der Fokus manuell festgelegt und Belichtungswerte angepasst werden können.

Die Profi-Funktionen stehen übrigens auch bei der Aufnahme von Videos zur Verfügung. Hier hinkt das Huawei P9 Lite dem Stand der Technik allerdings ein wenig hinterher, denn die Videoauflösung ist auf Full-HD beschränkt. Aufnahmen in 4K Ultra-HD sind also nicht möglich. Bei der Selfie-Kamera an der Front wiederum ist das P9 Lite auf Augenhöhe mit dem Original. So ist es ebenfalls mit einer 8 MP Frontkamera bestückt, die darüber hinaus sogar mit einer größeren Blendenöffnung (f/2.0 statt f/2.4) aufwarten kann. Für schicke Selbstporträts ist das P9 Lite also allemal gut.

Huawei P9 Lite: Profi-Kameramodus
Manueller Fokus im Profi-Kameramodus
Bereich und Gewichtung Kriterien Testurteil

Bedienung und Display

Gewichtung 40%

  • äußeres Design, Verarbeitung
  • Menüführung, Bedienfreundlichkeit
  • Reaktionsfreudigkeit, Farbdarstellung

82/100

Funktionen und Ausstattung

Gewichtung 40%

  • Leistung Hardware-Komponenten
  • Eigenschaften, Funktionen im Detail
  • Akku: Austauschbarkeit und Leistung

89/100

Kamera

Gewichtung 20%

  • Kameraeinstellungen- und Funktionen
  • Bild- und Videoqualität

79/100

Gesamtwertung

alle

84/100

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