Q2 2012: Nur Vodafone verliert weiterhin Kunden

Mobilfunk Report Deutschland Q2 2012

Aktualisiert 24.06.2019
SmartWeb Mobilfunk Report Q2 2012: Alle deutschen Provider im Aufwind 4.5 / 5 2 1 Sterne 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne (2)

Eine Abweichung, keine Trendwende war die rückläufige Gesamtkundenzahl auf dem Mobilfunkmarkt im ersten Jahresquartal 2012. Im zweiten Quartal ging es nun wieder aufwärts, wenn auch nur geringfügig. Rund 400.000 Vertragskunden vermehren die Gesamtzahl auf nunmehr 113,6 Millionen. Diesen Aufwind scheint auch die Telekom genutzt zu haben: Sie kann sich neuerdings, so wie die E-Netz Anbieter E-Plus und o2 auf die Siegerseite im Kampf um Neukunden stellen.

Einzig Vodafone sieht sich weiteren Verlusten gegenüber, wobei im vergangenen Quartal das Minus zumindest unterhalb der Millionengrenze blieb. Da darüber hinaus der Gesamtumsatz unabhängig von der Kundenbewegung weiterhin anstieg, dürfte Vodafone zunächst jedoch noch nicht um den Spitzenplatz als Markführer fürchten müssen.

Günstige E-Netze boomen wie schon zuvor

Der Kurs, den die E-Netz Provider E-Plus und o2 vor geraumer Zeit mit ihren Spar-Tarifen eingeschlagen haben, erwies sich im Q2 2012 als erfolgreich. Der Kundenzustrom blieb ungebrochen und o2 konnte sich um 239.000 auf nunmehr 18,8 Millionen Verträge steigern, während E-Plus beinahe doppelt so viele Neuakquisen vornahm - zusätzlich 442.000 Nutzer vergrößerten den Kundenstamm des Providers auf insgesamt 23,5 Millionen.

Bisher scheinen die mehrfach durch Stiftung Warentest und andere Tester angemahnten Schwächen der E-Netze für den Nutzer noch kein Entscheidungskriterium zu sein. Bleibt nur die Frage, wie lange die vergleichsweise günstigen Preise zunehmende Qualitätseinbußen kompensieren können. Zudem ist mit LTE eine neue Technologie mit attraktiven Möglichkeiten auf dem Vormarsch, welche weder o2 noch E-Plus in absehbarer Zeit konkurrenzfähig anbieten können.

Vodafone bremst, Telekom stoppt den Fall

Ganz so drastisch wie im Q1 2012 waren die Verluste zwar nicht, ein Minus von immer noch 655.000 Kundenverträgen bei Abschluss des zweiten Quartals ist für Vodafone allerdings auch kein Grund aufzuatmen. Mit 35,8 Millionen Kunden wird der Vorsprung auf die Telekom im Kampf um die Führungsposition auf dem Mobilfunkmarkt merklich kleiner. Zumal der Konkurrent aus Bonn die eigenen Verluste aus dem vergangenen Quartal wieder auffangen konnte und mit 370.000 Neuverträgen den Kreis der Abnehmer auf 35,4 Mio. vergrößerte.

Tatsächlich dürfen aber beide Provider hoffen, dass die zweite Jahreshälfte mehr Zulauf bringen wird, denn spätestens zum Weihnachtsgeschäft werden sowohl Vodafone als auch die Telekom ihre Angebote stärker auf die neue LTE-Sparte ausgerichtet haben und nicht zuletzt das neue iPhone von Apple wird erfahrungsgemäß abermals Kundenmassen in die Shops der Provider treiben. Anzumerken ist, dass die Telekom hier einen klaren Vorteil vorweisen kann, denn nur innerhalb ihres Netzes ist die LTE Nutzung mit dem neuen iPhone 5 möglich.



Umsatzsteigerung auf ganzer Linie

Nach der saisonalen Flaute im ersten Quartal brachte das zweite wieder deutliche Umsatzsteigerungen im Bereich Mobilfunk-Service. Die größten konnten Vodafone und Telefónica Tochter o2 mit einem Plus von jeweils rund 31 Mio. Euro für sich verbuchen. Marktführer Vodafone erwirtschaftete somit insgesamt 1,726 Mrd. Euro, während E-Plus die Summe von 789 Mio. Euro unter die eigene Firmenbilanz setzen durfte, demach jedoch kaum an die Spitzenzahlen des D-Netz Konkurrenten heranreichen konnte. Die Telekom steigerte sich mit einem Gesamtergebnis von 1,690 Mrd. Euro um 30 Mio. Euro im Vergleich zum vorausgegangenen Quartal, bei E-Plus fiel bei der Gesamtsumme von 791 Mio. Euro der Zuwachs mit 22 Mio. Euro ein wenig geringer aus.

Wenig überraschend war im Q2 zudem die Entwicklung des Datenumsatzes, der einen immer größeren Anteil am Gesamtumsatz einnimmt. Bei Vodafone bildet der Bereich mit rund 492 Mio. Euro (+ 19 Mio. €) inzwischen rund 25 Prozent der Einnahmen. Ähnlich ist es auch bei der Telekom, deren Datendienste im zweiten Quartal 484 Mio. Euro (+ 22 Mio. €) in die Unternehmenskasse spülten. Trotz schwächerem Netz stieg, dank anhaltendem Smartphone-Boom, auch die Datennutzung bei den E-Netz-Betreibern. o2 verzeichnete Einnahmen von 334 Mio. Euro (+ 8 Mio. €) durch Datendienste, E-Plus zählte nach dem Rückgang im 1. Quartal nun einen Datenumsatz im Wert von 308,4 Mio. Euro (+ 9,36 Mio. €).




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