Q3 2012: Neuer Spitzenreiter: Telekom löst Vodafone ab

Mobilfunk Report Deutschland Q3 2012

Aktualisiert 24.06.2019
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Umschwung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Erstmals seit Mitte 2010 trägt nun wieder die Deutsche Telekom den Titel des Marktführers. Vodafone verliert im Q3 2012 als einziger Provider abermals massiv an Kundschaft, während die Konkurrenz sich derweil über stetig steigenden Zulauf freuen darf. Die Telekom hat mit einem Kundenplus von rund einer halben Million inzwischen sogar den bisherigen Nutzermagneten E-Plus überrundet. Insgesamt stieg die Gesamtkundenzahl in Deutschland auf nunmehr rund 114,2 Millionen (+ 600.000).

Die Telekom profitiert auch am meisten von den weiterhin wachsenden Umsatzzahlen, während Vodafone hier ebenfalls immer stärker ins Hintertreffen gerät. E-Plus und o2 zeigen sich derweil von Schwankungen unberührt und schwimmen weiterhin auf einer konstanten Erfolgswelle.

Telekom profitiert vom iPhone-Boom

Den größten Wachstumsschub des abgeschlossenen Quartals hat die Telekom eindeutig der Markteinführung des neuen iPhone 5 der Firma Apple zu verdanken. Hatten die bisherigen Smartphone Modelle des US-amerikanischen Soft- und Hardwareherstellers auch in der Vergangenheit massenhaften Absatz beim Bonner Konzern gefunden, brachte im Q3 2012 besonders ein Attribut zusätzlichen Schwung in den Vertrieb: Allein im Netz der Telekom kann mit dem iPhone 5 in Deutschland der neue LTE Funk genutzt werden. Daher ist ein großer Teil der 524.000 Neukunden, die den Kundenstamm der Telekom auf nunmehr 35,9 Millionen erweitern, der Kategorie iPhone-Neubesitzer zuzuordnen.

Allerdings zählt das iPhone 5 auch unabhängig von der LTE Nutzung zu den Top-Sellern des Quartals, was Vodafone jedoch nicht vor der Fortsetzung seiner Talfahrt bewahren konnte. Der Konzern erklärt den Verlust von rund 709.000 Nutzern im 3. Jahresquartal zwar mit der massiven Ausbuchung inaktiver Prepaid SIM-Karten, der Verlust der Marktführerschaft lässt sich damit jedoch nicht schön reden. Zudem handelt es sich hier nicht um einen Einmaleffekt. Bereits zu Jahresbeginn 2012 zeichnete sich ein Abwärtstrend vor und nach dem Verlust von rund 2,5 Millionen Verträgen, zählen aktuell nur noch 35 Millionen Deutsche zur Vodafone Kundschaft.

Stabiler Kurs bei o2 und E-Plus

Während wechselhafte Kundenbewegungen bisher vor allem Einfluss auf die beiden D-Netz Betreiber hatten, befinden sich die deutsche Telefónica Tochter o2 und E-Plus seit Jahren in einer andauernden Wachstumsphase, zumindest gemessen an den Kundenzahlen. Auch im 3. Quartal 2012 fand eine wachsende Zahl von Mobilfunknutzern den Weg in die Shops der E-Netz Betreiber: Zum Quartalsabschluss verzeichnete E-Plus zusätzlich 494.000 und somit insgesamt 23,9 Millionen Kunden, o2 stockte seinen Kundenstamm um 280.000 auf nun 19,1 Millionen auf.

Es stellt sich weiterhin die Frage, weshalb o2 es bisher nicht schaffen konnte, mehr Neukunden an sich zu binden als E-Plus. Immerhin weist die Telefónica Tochter im Vergleich zum E-Netz Konkurrenten drei entscheidende Vorteile auf, namentlich ein eigenes LTE Netz, bessere Netzqualität (bestätigt u.a. von Stiftung Warentest) und die Autorisierung zum Vertrieb des neuesten iPhone Modells. Der erfolgreiche Börsenstart des Unternehmens im Oktober 2012 zeigt jedoch, dass eine Vielzahl an Investoren dessen Wert durchaus hoch einschätzen.



Umsatz wächst parallel zum Smartphone Marktanteil

Die neue Generation von Mobilfunkgeräten ist zurzeit der unumstrittene Wachstumsmotor im Mobilfunksegment, sowohl auf dem Hardwaremarkt als auch bei Dienstleistungen durch die TK Provider. Während immer mehr Deutsche sich für die Smartphones von Apple, Samsung und Co. entscheiden, steigen die Umsätze bei der Telekom, Vodafone, E-Plus und o2 auf stets neue Höchstwerte. An der Spitze rangiert hier erneut die Telekom mit einer Umsatzsteigerung um 59 Mio. Euro auf summa summarum 1,749 Mrd. € im Bereich Mobilfunk. Kaum Trost angesichts des Abwärtstrends ist zudem das Ergebnis von Vodafone. Der Konzern nahm zwar insgesamt 1,744 Mrd. € ein, das Wachstum fiel im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen mit 18 Mio. € allerdings eher mager aus.

Positiver dürfte o2 die vergangenen drei Monate beurteilen, verzeichnete das Unternehmen doch ein ansehnliches Plus von 22,4 Mio. Euro und somit 811,7 Mio. Euro Gesamtumsatz. E-Plus wiederum, obwohl kundenstärkster E-Netz Betreiber, musste sich mit einem Plus von 18 Mio. Euro und einer Gesamtsumme von 809 Mio. Euro begnügen.

Auch im Q3 2012 lässt sich, ebenfalls dem Smartphone-Boom geschuldet, eine zunehmende Verschiebung des Anteils der bereitgestellten Mobilfunkdienste zugunsten der Datennutzung verzeichnen. Bei der Telekom sowie bei Vodafone erwirtschaften diese mit 498 Mio. € bzw. 502 Mio. € nun rund 30% der Einnahmen. Bei den E-Netz Betreibern zeigt sich die Verlagerung noch deutlicher. Rund 40 % des Quartalsertrags von E-Plus (323,6 Mio. €) sowie von o2 (354,7 Mio. €) sind auf SMS- und Datendienste zurückzuführen. Eine weitere Steigerung kann als garantiert betrachtet werden und somit erhöht sich abermals der Druck auf die Provider in Fragen des Netzausbaus.




DSLWEB Archiv: Der deutsche Mobilfunkmarkt im Rückblick

Die Quartalsberichte, die SmartWeb regelmäßig veröffentlicht, bilden immer nur den aktuellen Stand der Verhältnisse auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ab. Um Trends zu verfolgen und Rückschlüsse auf die Marktentwicklung ziehen zu können, bedarf es den Blick auf längerfristige Zeiträume.

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