Q3 2013: Telekom weiterhin nicht einzuholen

Mobilfunk Report Deutschland Q3 2013

Der Trend auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zeigt im dritten Jahresquartal weiterhin nach oben. Rund 114,3 Millionen SIM-Karten waren zum Stichtag (30. September) aktiv, nochmals 705.100 mehr als drei Monate zuvor.

Aktualisiert 05.04.2018
SmartWeb Mobilfunk Report Q3 2013 - Telekom verteidigt doppelte Spitzenposition
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Den größten Zulauf konnte auch im Q3 erneut die Telekom verbuchen, dicht gefolgt von E-Plus, mit etwas Abstand dahinter o2. Allein Vodafone kann von steigenden Nutzerzahlen nur träumen und verliert nun zum siebten Mal in Folge Kunden.

Zusätzlich bitter: Auch beim Umsatz dominiert bei Vodafone weiterhin Minuswachstum. Im Q3 ist der Provider in diesem Punkt aber nicht der einzige Verlierer, denn auch E-Plus war im Gegensatz zum zweiten Quartal ebenfalls weniger Umsatz beschieden. Anders bei der Konkurrenz: Mehr Umsatz verzeichneten o2 und allen voran die Telekom. Der Anbieter aus Bonn sichert sich in Folge dessen zudem zum zweiten Mal den Spitzenplatz im Umsatzranking.

SmartWeb Mobilfunk Report Q3 2013
Die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt im Q3 2013 kompakt zusammengefasst. Mehr http://www.smartweb.de/mobilfunk-report

Zahl der aktiven SIM-Karten steigt

Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte kletterte die Gesamtzahl der Mobilfunkverträge in Deutschland auf insgesamt 114,3 Millionen. Den größten Zulauf hatte abermals das D1-Netz der Telekom. 444.000 Neuverträge wurden hier innerhalb der letzten 3 Monate geschlossen, sodass der Bonner Konzern inzwischen 37,9 Millionen Nutzer seiner Infrastruktur zählt. Mit einem Anteil von 33,2 % bleibt die Telekom somit weiterhin Marktführer in diesem Bereich.

Das zweitgrößte Kundenwachstum verzeichnete im Q3 2013 E-Netz Betreiber E-Plus. Günstige Preise und eine deutliche Leistungssteigerung durch massiven Netzausbau überzeugten 377.000 Neukunden, sich für ein Angebot im E1-Netz zu entscheiden. Gesamtkundenzahl zum 30. September 2013: 24,8 Millionen. Weiterhin auf Wachstumskurs ist zudem o2, wenn auch mit nur 165.000 Neuverträgen (insgesamt 19,58 Millionen Nutzer) ein wenig moderater als die Konkurrenz.

Keine Besserung bei Vodafone

Dem Erfolg der drei Wettbewerber gegenüber steht allein Vodafone. Der Provider befindet sich auch im 2. Halbjahr 2013 weiterhin auf Abwärtsfahrt, betrachtet man die aktuelle Kundenbewegung. Wie in den nunmehr sechs Quartalen zuvor hat sich der Vodafone Kundenstamm im Q3 2013 erneut verringert. Und nachdem der Provider im Q2/13 seinen Fall zunächst gebremst zu haben schien, wurden in den vergangenen drei Monaten wieder deutlich mehr SIM-Karten deaktiviert, was in einem Minus von 281.000 Nutzern resultierte. Zum 30. September 2013 zählte Vodafone daher nur noch 31,96 Millionen Mobilfunkverträge.



Serviceumsatz schrumpft branchenweit

Ein Blick auf die Umsatzzahlen im 3. Quartal 2013 zeigt, dass es sowohl Sieger als auch Verlierer gibt. Der Grat zwischen Gewinn- und Verlustzone ist jedoch schmal. Kein Anbieter sticht hier besonders hervor. Dies ist dem harten Wettbewerb sowie den sinkenden Terminierungsentgelten geschuldet, die an keinem Anbieter spurlos vorbeigehen.

Die Telekom bleibt trotz allem aber auf Siegeskurs und verbucht im Q3 2013 insgesamt 1,7 Milliarden Euro auf der Habenseite, wobei das Umsatzwachstum mit einem Plus von 27 Millionen Euro jedoch geringer ausfällt als im vorausgegangenen Quartal. Die Marktführerschaft sichert sich der Bonner Konzern dennoch. Ebenfalls zäh im Angesicht der derzeitigen Marktlage zeigt sich Wettbewerber o2, dem es sogar gelingt, das Umsatzwachstum im Vergleich zum Q2 2013 noch zu steigern. Das bedeutet in Zahlen ausgedrückt ein Plus von 17 Millionen Euro und die Gesamtsumme von 765,4 Millionen €.

Vodafone und E-Plus wiederum konnten den allgemeinen Abwärtstrend der Service-Umsätze nicht kompensieren und müssen die Quartalsbilanz mit einem Minus im Vergleich zum letzten 3-Monats-Abschnitt schließen. Bei E-Plus beträgt dieses 12 Millionen Euro (Gesamtumsatz 752 Millionen Euro), bei Vodafone 14 Millionen Euro (Gesamtumsatz 1,626 Milliarden Euro).

Schon seit geraumer Zeit ist die Nachfrage nach Service-Diensten im Mobilfunkbereich rückläufig - trotz steigender Datennutzung. Das liegt in erster Linie an der wachsenden Beliebtheit von Allnet Flat Tarifen, die zusätzliche Kosten für den Nutzer weitestgehend einschränken. Kaum verwunderlich also, dass die Mobilfunkanbieter mit schrumpfenden Gewinnmargen zu kämpfen haben.

Einzig der anhaltende Smartphone-Boom kann hier bedingt für Ausgleich sorgen, wie aktuelle Zahlen zeigen. Sowohl die Telekom als auch o2 geben an, dass rund 70 % ihrer Kundschaft zur Kategorie Smartphone-Nutzer zählen. Entscheidend ist jedoch, dass hier der Anteil der LTE-fähigen Geräte in den letzten Monaten deutlich gestiegen ist. So waren bei der Telekom 35 % und bei o2 sogar 55 % der von Juli bis Oktober verkauften Smartphones den 4G Standard unterstützen. Damit wird deutlich, dass der Schlüssel zur Umsatzsteigerung derzeit hauptsächlich im Bereich Highspeed-Internet liegt.




DSLWEB Archiv: Der deutsche Mobilfunkmarkt im Rückblick

Die Quartalsberichte, die SmartWeb regelmäßig veröffentlicht, bilden immer nur den aktuellen Stand der Verhältnisse auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ab. Um Trends zu verfolgen und Rückschlüsse auf die Marktentwicklung ziehen zu können, bedarf es den Blick auf längerfristige Zeiträume.

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