Q4 2012: Telekom verteidigt Spitzenplatz

Mobilfunk Report Deutschland Q4 2012

Aktualisiert 05.04.2018
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Im 4. Quartal 2012 ging die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden merklich zurück und liegt nun bei rund 113,1 Millionen (-1,1 Mio.). Effektive Verluste mussten allerdings nur zwei Netzbetreiber verbuchen: Während Vodafone und E-Plus ihre Mobilfunkdienste nun weniger Kunden zur Verfügung stellen, legten die Telekom und o2 zum Jahresabschluss noch einmal zu. Damit vergrößert der "rosa Riese" seinen Abstand zu Erzkonkurrent Vodafone um ein weiteres Stück und sichert sich im zweiten Quartal in Folge die Position des Marktführers.

Dem allgemeinen Umsatzrückgang konnte die Telekom aber trotz Kundenzustrom nicht entgehen. Der Bonner Konzern musste ebenso wie die anderen drei Wettbewerber - Vodafone, E-Plus und o2 - teils deutliches Minuswachstum hinnehmen. Einzig der Trend zur steigenden Nutzung von Datendiensten blieb ungebrochen.

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Abstand zwischen D-Netz Providern wächst

Bereits im vorausgegangenen Quartal konnte die Telekom ihren größten Rivalen Vodafone bezüglich der Kundenzahlen auf die Plätze verweisen. Im Q4 gelang es dem Bonner Konzern erneut, fanden doch weitere 574.000 Nutzer den jeweils passenden Tarif bei der Telekom - davon gut 435.000 lukrative Laufzeitverträge - und erweiterten den Kundenstamm des Providers auf nunmehr 36,56 Millionen. Maßgeblicher Wachstumsmotor blieb wie zuletzt die gesteigerte Nachfrage nach modernen Smartphones, von denen die Telekom im Q4 allein 1,5 Millionen verkaufen konnte - so viele wie nie zuvor.

Der Abstand zum Zweitplatzierten vergrößerte sich darüber hinaus zusätzlich, da Vodafone abermals Kundenverluste einfuhr, die derweil sogar bei mehr als 1,2 Millionen lagen. Vodafone begründet den Rückgang auf nun insgesamt 33, 89 Millionen Kunden wie schon im Q3 mit der großflächigen Ausbuchung inaktiver Prepaid SIM-Karten. Allerdings sind mit rund 67.000 dieses Mal auch noch einmal mehr als doppelt so viele Vertragskunden wie in den Monaten zuvor (29.000) abgewandert, was sich zukünftig auch deutlich auf den Umsatz auswirken könnte.

Besseres E-Netz lockt mehr Kunden

Über eine steigende Zahl an Vertragskunden kann sich derweil Telefónica o2 Germany freuen. Im vierten Quartal wurde hier zum ersten Mal die 10-Millionen-Marke überschritten. Im Vergleich zum Q3 fiel das Gesamtwachstum mit 186.000 Kundenverträgen auf inzwischen 19,3 Millionen zwar etwas geringer aus, in Hinblick auf die rückläufigen Zahlen auf dem gesamtdeutschen Markt lässt sich dies jedoch als Erfolg verbuchen. Da es sich beim o2-Netz zudem um das E-Netz mit der besseren Qualität handelt, ist auch mit weiterem Wachstum zu rechnen.

Der zweite und bisher noch kundenstärkere E-Netz Betreiber E-Plus kann von solchen Ergebnissen nur träumen. Zählte der Provider im Q3 2012 noch fast 24 Millionen Mobilfunkverträge, waren es zum Jahresabschluss nur noch 23,4 Millionen (-598.000), sodass sich der Konzern ebenso wie Konkurrent Vodafone zu den Verlierern des vierten Quartals zählen muss. Dem Anschein nach reichen die vergleichsweise günstigen Tarife des Providers nicht mehr aus, um den Kunden trotz qualitätsschwächerem E1-Netz an sich zu binden. Auch die Konzernspitze muss ähnliche Schlüsse aus der Kundenabwanderung gezogen haben, kündigte sie doch jüngst an, 2013 nicht nur verstärkt in bereits unterstützte Netzstandards, sondern auch in den Aufbau eines eigenen LTE Netzes zu investieren.


Kundenzahlen Mobilfunk Anbieter Deutschland Q4 2012
Hinweis: E-Plus weist derzeit keine Zahlen für Laufzeitverträge aus

Gegensätzliche Entwicklung von Umsatz und Datennutzung

Obwohl alle vier Netzbetreiber kontinuierlich steigende Absätze in den Bereichen Smartphones und Datennutzung vermelden, war im Q4 2012 keinem der Provider ein Umsatzwachstum beschert. Selbst die Telekom lag mit einem Erlös von 1,744 Mrd. Euro leicht unter dem Schnitt der vorausgegangen Quartals (-4,9 Millionen €), obwohl sie einen entscheidenden Vorteil für sich verbuchen konnte: Nur im D1-Netz des Marktführers ist die LTE Nutzung mit dem aktuellen Smartphone Top-Seller iPhone 5 möglich. Und auch Telefónica o2 Germany sah sich bei zunehmender Kundenzahl schwindendem Umsatzwachstum gegenüber. Mit einem Erlös von 793 Millionen Euro waren es schließlich im Q4 insgesamt 18,7 Millionen € weniger Umsatz als im dritten Quartal.

Wenig verwunderlich ist wiederum, dass vor allem Vodafone den Umsatzrückgang im letzten Quartal des Jahres 2012 besonders deutlich zu spüren bekam. Der Erlös im Mobilfunksektor des TK Anbieters betrug bei Quartalsabschluss 1,72 Milliarden Euro, rund 34 Mio. € weniger als im Q3. Die gestiegene Datennachfrage konnte dem ebenso wenig entgegenwirken, wie die höhere Gesamteinnahme pro Kunde (+0,10 €).

Ähnlich schwache Resultate im Mobilfunkbereich lieferte im 4.Quartal die E-Plus Gruppe, die zum Jahresabschluss einen Erlös von 782 Millionen Euro vermeldete. Drei Monate zuvor waren es noch gut 27 Millionen € mehr, obwohl auch hier der Datenumsatz im selben Zeitraum von 40% auf 42% des Gesamtumsatzes anstieg. Ein Grund mehr, weshalb sich der Konzern nun doch darum bemühen will, möglichst bald eigene LTE-Tarife anzubieten. Trotz höherer Preise wird in diesem Sektor die Nachfrage zweifelsohne weiterhin steigen. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass immer mehr Smartphone Hersteller ihre Geräte pauschal für den neuen Standard ausrüsten. Allerdings muss E-Plus beim Netzausbau ein hohes Tempo vorlegen, um sich noch ein Stück vom Kuchen sichern zu können. Schließlich lag die LTE Verfügbarkeit von Vodafone, dem Anbieter mit dem am weitesten fortgeschrittenen Ausbau, Ende 2012 bereits bei 50 Prozent der bundesdeutschen Fläche.


Marktanteile Mobilfunk-Netze Deutschland Q4 2012


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