Q4 2013: Kräftiges Plus bei Mobilfunkverträgen, Umsätze weiter rückläufig

Mobilfunk Report Deutschland Q4 2013

Die Zahl der Mobilfunkkunden in Deutschland ist zum Jahresende hin abermals kräftig gewachsen. Mit einem Plus von 950.000 im Q4 2013 stieg sie bis zum 31. Dezember auf 115,2 Millionen.

Aktualisiert 05.04.2018
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Großen Zulauf verzeichnete dabei vor allem das D1-Netz der Telekom, aber auch die Zahl der Mobilfunkverträge im Vodafone-Netz ist im 4. Jahresquartal erstmals seit Ende 2011 wieder gestiegen. Der einzige Verlierer unter den Mobilfunknetzbetreibern war o2, der das Jahr 2013 aber trotz des effektiven Minus im Q4 noch mit einem leichten Zugewinn an Kundenverträgen abschließen konnte.

Die Serviceumsätze wiederum sind bei allen vier Netzbetreibern rückläufig. Dies liegt zum einen an den Auswirkungen der staatlichen Regulierung, aber auch am Trend hin zu umfassenden Allnet-Flat Angeboten und dem erbitterten Preiskampf zwischen den Providern.

Telekom baut Vorsprung bei Mobilfunkkunden weiter aus

Das Neukundengeschäft der Telekom lief so gut wie seit Jahren nicht mehr. Der Marktführer brachte es im Q4 2013 auf ein beachtliches Plus von 689.000 Mobilfunkkunden und steigerte die Gesamtzahl seiner Mobilfunkverträge damit auf 38,83 Millionen. Gegenüber dem Q3 2013 konnte die Telekom ihren Marktanteil so leicht auf 33,5 Prozent ausbauen.

Gute Nachricht auch für den Konkurrenten Vodafone: Dieser hatte seit Anfang 2012 ganze 5,7 Millionen Mobilfunkverträge verloren, im Q4 2013 gelang den Briten nun aber endlich die Trendwende. Die Zahl der Nutzer im Vodafone-Netz erholte sich um immerhin 292.000 auf 32,25 Millionen - gleichzeitig das zweithöchste Kundenwachstum in diesem Quartal.

Der drittgrößte deutsche Netzbetreiber, E-Plus, legte im Q4 2013 um 143.000 auf 24,95 Millionen Mobilfunkverträge zu. Die deutsche Telefónica-Tochter o2 hingegen büßte im Q4 2013 zum ersten Mal Mobilfunkkunden ein, deren Gesamtzahl zwischen Oktober und Dezember um 175.000 auf 19,4 Millionen absank.

Für den Moment scheinen die Positionen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt damit abgesteckt, doch natürlich steht immer noch die angestrebte Fusion von E-Plus und o2 im Raum. Dadurch würde sich das Kräfteverhältnis schlagartig verschieben und o2 quasi im Handstreich die Marktführerschaft erobern. Dagegen regt sich erwartbarerweise Widerstand, die Konkurrenten Telekom und Vodafone fordern im Falle eines Zusammenschlusses einschneidende Wettbewerbsauflagen. Auch hatte das Bundeskartellamt versucht, das Wettbewerbsverfahren an sich zu ziehen. Der entsprechende Antrag wurde jedoch zu Beginn des neuen Jahres von der EU-Kommission abgeschmettert, der damit weiterhin die kartellrechtliche Entscheidung zufällt. Diese soll bis zum 14. Mai erfolgen.



Sinkende Serviceumsätze bei allen Providern

Trotz steigender Kundenzahlen sind die Serviceumsätze der Netzbetreiber weiter rückläufig. Ein großer Teil dieser Entwicklung ist staatlichen Regulierungen wie der Absenkung von Terminierungsentgelten und Roaminggebühren geschuldet.

Gegenüber dem Vorjahresquartal fiel etwa der mobile Serviceumsatz der Deutschen Telekom so mit 1,65 Mrd. Euro um 1,8 Prozent niedriger aus. Bereinigt um die genannten Regulierungseffekte hätte der Marktführer den Umsatz mit einem Minus von 0,4 Prozent dagegen nahezu stabil gehalten. So aber ging der Umsatz aus Mobilfunkdienstleistungen bei allen Netzbetreibern deutlich zurück. Besonders stark betroffen war dabei Vodafone mit einem Minus von 8,0 Prozent im Vergleich zum Q4 2012, gefolgt von o2 (-6,3 Prozent) und E-Plus (-2,9 Prozent).

Aber selbst um die Regulierungseffekte bereinigt wäre E-Plus der einzige Betreiber, der mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal eine Steigerung des Serviceumsatzes hätte verzeichnen können. Es gibt also noch weitere Negativ-Faktoren, die nicht durch die Kundenzugewinne ausgeglichen werden konnten.

Einer dieser Faktoren ist das veränderte Nutzerverhalten, dem die Provider auch mit Anpassungen an ihrem Tarifportfolio Rechnung getragen haben. So hat etwa Vodafone bereits Ende 2013 seine bisherigen SuperFlat Smartphone-Tarife durch die Vodafone Red-Reihe ersetzt, die als Basis-Ausstattung durch die Bank eine Rundum-Flatrate für Telefongespräche in sämtliche inländische Mobilfunk- und Festnetze sowie die mobile Internetnutzung und den Versand von SMS enthalten. Den gleichen Weg beschritt unter anderem auch o2 mit der Umstellung auf die neuen o2 Blue All-in Tarife im März 2013.

Die Modernisierung der Tarife zeigt durchaus Wirkung: Vodafone beispielsweise schreibt die Trendwende im Neukundengeschäft und die zunehmende Verlagerung der Vertragsabschlüsse vom Prepaid- hin zum einträglicheren Vertragskunden-Segment nicht zuletzt der Einführung der Red-Tarife zu. Auf der anderen Seite fallen durch die Komplett-Tarife vermehrt Zusatzeinnahmen für Gesprächsminuten und Kurznachrichten weg.


Datenhunger sorgt für Aufwind

Das große Zugpferd für das Mobilfunkgeschäft ist nach wie vor das mobile Internet. Die mobilen Datendienste machen so auch einen immer größeren Anteil der Serviceumsätze aus. Führend ist hier die Telekom, deren mobiler Datenumsatz ohne SMS im Q4 2013 bereits für über 40 Prozent des gesamten Mobilfunk-Serviceumsatzes verantwortlich war. Bei Vodafone und o2 lag dieser Anteil im gleichen Zeitraum bei rund 35 Prozent.

Netzbetreiber Serviceumsatz Q4 2013 Veränderung Datenumsatz Q4 2013 Veränderung

Telekom

1,65 Mrd. €

-1,8%

679 Mio. €

+30,1%

Vodafone

1,56 Mrd. €

-8,0%

543 Mio. €

+7,0%

o2

0,743 Mrd. €

-6,3%

256 Mio. €

+18,5%

E-Plus

0,759 Mrd. €

-2,9%

349 Mio. €

(inkl. SMS)

+6,3%

(inkl. SMS)

Die gestiegene Datennutzung geht Hand in Hand mit dem massenhaften Absatz moderner Smartphones. So verkaufte allein die Telekom 2013 insgesamt 6,3 Millionen Mobiltelefone, darunter 4,3 Millionen oder 68,3 Prozent Smartphones. Die Konkurrenz meldet sogar noch höhere Smartphone-Quoten: So gab E-Plus in seinem Bericht zum Q4 2013 bekannt, dass es sich mittlerweile bei 90 Prozent der abgesetzten Geräte entweder um Smartphones oder Tablet-PCs handelt. o2 stellt zudem heraus, dass 80 Prozent der eigenen Geräteverkäufe speziell aus dem Segment der LTE-fähigen Smartphones kommen.

Zum Jahresende 2013 waren so bereits knapp 42 Prozent aller Kunden im Vodafone Netz mit einem internetfähigen Smartphone ausgestattet, genauso wie 31,4 Prozent der Kunden im o2-Netz. Wesentlich höher liegt die Smartphone-Quote bei den Vertragskunden der jeweiligen Kernmarken der Netzbetreiber: Unter den o2 Vertragskunden beispielsweise besitzen 68,8 Prozent ein Smartphone, die Telekom kommt in diesem Kundensegment mit 67 Prozent auf eine ähnliche Smartphone-Quote. Dabei sind immer mehr Telekom-Kunden durch die Kombination aus LTE Smartphone und passendem LTE Tarif für mobilen Highspeed im neuen 4G-Netz ausgerüstet - die Zahl dieser Telekom LTE-Kunden ist über das Gesamtjahr hinweg von 699.000 auf 2,78 Millionen angewachsen.




DSLWEB Archiv: Der deutsche Mobilfunkmarkt im Rückblick

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