Mobilfunkmarkt Deutschland
1&1 Mobilfunk im Q1 2026: Warum der Anbieter gerade auf der Stelle tritt
Stillstand bei den Kundenzahlen und eine Zwangspause auf der Jagd nach wichtigen Mobilfunk-Frequenzen - bei Deutschlands jüngstem Mobilfunk-Netzbetreiber hängt im Q1 2026 vieles in der Schwebe. Von seinen großen Plänen will sich 1&1 aber auf keinen Fall abbringen lassen.

Kundenentwicklung: Kein fliegender Start ins neue Jahr
Im vergangenen Jahr hat 1&1 seinen gesamten Mobilfunk-Kundenstamm erfolgreich auf das eigene Netz umgezogen. Dem komplexen Prozedere ist aber auch so mancher Altvertrag zum Opfer gefallen, weshalb die Gesamtzahl der 1&1 Mobilfunkkunden währenddessen kaum zulegen konnte.
Hoffnungen auf einen direkten Wachstumsschub zum Jahresauftakt 2026 wurden allerdings enttäuscht. Im aktuell schwierigen Marktumfeld gelang es 1&1 lediglich, die eigene Mobilfunk-Kundenzahl stabil bei 12,48 Mio. zu halten - erneutes Nullwachstum.
1&1 Kundenzahlen im Q1 2026
- Mobilfunk-Kundenverträge:
12,48 Mio. (+/- 0) - Breitband-Kundenverträge:
3,84 Mio. (+/- 0)
Immerhin sieht 1&1 inzwischen Anzeichen dafür, dass sich die Branche langsam auf ruhigere Fahrwasser zubewegt - und fühlt nun schon einmal vorsichtig vor, ob sich nach den letzten Preiskämpfen wieder Spielräume öffenen. Anfang April hat der Anbieter so leichte Preiserhöhungen innerhalb seines 1&1 All Net Flat Tarifportfolios vorgenommen. Das sorgt für eine verbesserte Wertschöpfung, könnte zugleich aber auch negative Effekte auf die Kundenentwicklung im Q2 2026 haben. 1&1 bleibt also vorerst in Wartestellung.
Bundesnetzagentur lässt 1&1 weiter zappeln
Der 1&1 Netzausbau läuft unterdessen weiter. Aktuell aktiviert 1&1 dabei 200 bis 300 neue Standorte pro Quartal. Bis zum Jahresende sollen so 3.000 5G Stationen erreicht werden. Die eigene Netzabdeckung ist seit Jahresbeginn um weitere 2 Prozentpunkte auf 29% der deutschen Haushalte angestiegen, für Ende 2026 sind weiterhin 35% angepeilt. Von den mehr als 500 über die Republik verteilten Edge-Rechenzentren sind inzwischen rund 330 in Betrieb.
Trotzdem steckt 1&1 in einem wichtigen Punkt fest. Denn nach der Verlängerung der 2025 auslaufenden Mobilfunkfrequenzen steht der Newscomer nach wie vor ohne Lowband-Frequenzen da. Diese sind für den effektiven Ausbau in der Fläche aber unabdingbar. Für eine ausreichende Versorgung ist 1&1 so komplett auf National Roaming angewiesen, das derzeit durch Vodafone bereitgestellt wird.
Verhandlungen über die Mitnutzung von Frequenzen führten zu keinem Ergebnis und auch nach einer Konsultation im Februar hat sich die Bundesnetzagentur (BNetzA) noch nicht auf weitere Schritte festgelegt. Der derzeit wahrscheinlichste Plan: Die Wettbewerber könnten über die nächsten fünf Jahre hinweg Kompensationszahlungen in Höhe von 6 Mio. Euro pro Jahr an 1&1 leisten. Damit wiederum ließe sich der Einkauf der benötigten National Roaming Leistungen gegenfinanzieren.
Eigentlich möchte sich 1&1 aber nicht auf diese Weise abspeisen lassen. Eine entsprechende Entscheidung der BNetzA würde 1&1 daher auch gerichtlich anfechten. Notfalls will 1&1 allerdings auch ohne eigene Lowband-Blöcke bis zur nächsten Auktion 2030 durchziehen. Denn eine Aufgabe des Netzprojekts, über die einige Analysten spekulieren, kommt für 1&1 laut eigener Aussage nicht infrage.
Wie ist 1&1 eigentlich zum Mobilfunk-Netzbetreiber aufgestigen? Die gesamte Geschichte haben wir hier aufbereitet: Das 1&1 Mobilfunknetz - Timeline eines Himmelfahrtskommandos
Und wie lief es für 1&1 im Festnetz? Das kannst Du im folgenden Newsbericht nachlesen: 1&1 DSL und Glasfaser im Q1 2026 - Erstes Versprechen zum Jahresauftakt eingehalten
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