Mobilfunk-Kennzahlen Q3 2015: Vodafone legt kräftig zu, trotzdem im Minus

SmartWeb News | , 17:00 Uhr |

Vodafone hat seine Geschäftszahlen zum Q3 2015 vorgelegt

Im Mobilfunkgeschäft muss Vodafone weiter Federn lassen - zwar legt der Netzbetreiber bei den Postpaid-Kundenverträgen im Q3 2015 kräftig zu, kann die starken Verluste im Prepaid-Segment damit aber nicht komplett kompensieren. Auch die Serviceumsätze bleiben weiter unter Druck.

Wie im Festnetzbereich lässt sich auch für das Abschneiden von Vodafones Mobilfunksparte im Q3 2015 ein zweigeteiltes Fazit ziehen: Während im Festnetz das schnelle Kabel Internet das lahmende DSL-Segment auffängt, klafft hier die Schere zwischen Postpaid- und Prepaid-Entwicklung auseinander.

Unterm Strich ist die Zahl der Vodafone Mobilfunkverträge zwischen Juli und September 2015 um rund 99.000 auf knapp 30,22 Millionen abgesunken. Verantwortlich für dieses Minus sind wieder einmal die Prepaid-Kundenverträge, von denen Vodafone im Q3 2015 effektiv 100.000 weitere verloren hat. Auf der anderen Seite konnte Vodafone mit 245.000 Neuverträgen doppelt so viele zusätzliche Postpaid-Verträge einfahren wie im Vorjahresquartal - eine durchaus vielversprechende Entwicklung.


Entwicklung Vodafone Mobilfunkverträge

Rechnerisch passen die drei gerade aufgeführten Gewinn- und Verlustzahlen natürlich nicht zusammen. Dies liegt daran, dass Vodafone in den letzten Monaten rund 244.000 Verträge in das Prepaid-Segment umklassifiziert hat. Das erklärt zum einen den kleinen Netto-Postpaidzuwachs gegenüber den für das Q2 2015 ausgewiesenen Zahlen und bedeutet zum anderen, dass die Kundenabwanderung im Prepaid-Bereich noch wesentlich drastischer ausgefallen sein muss, wie auf den ersten Blick ersichtlich.

Auch laut offizieller Linie gibt es noch viel zu tun
Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) ist im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um 1,6 Prozent auf 15,50 Euro angestiegen. Hier zeigt sich auch, wie wichtig die Zugewinne im Postpaid-Segment sind: Während im Q3 2015 jeder Langzeit-Vertrag im Schnitt 25,70 €/Monat an Umsatz generiert hat, lag der Prepaid-ARPU bei gerade einmal 3,50 Euro. Insgesamt hinkte der Mobilfunk-Serviceumsatz im Q3 2015 mit 1,57 Mrd. Euro dem Vorjahreswert aber immer noch um 2,8 Prozent hinterher - auch wenn er sich gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent verbessert hat.

Dass das Unternehmen noch nicht wieder voll auf Kurs ist, räumt auch der neue Vodafone Deutschland-Chef unumwunden ein. "Die Zahlen zeigen: Vodafone hat gute Fortschritte gemacht. Aber wir haben noch viel zu tun. Mit den Ergebnissen können wir noch nicht zufrieden sein", so Hannes Ametsreiter. Der erste große Wurf sollen die im November eingeführten Red One Komplett-Tarife werden, mit denen sich - ähnlich wie beim Vorgängerangebot Vodafone All-in-One oder beim Konkurrenzprodukt Telekom Magenta EINS - Mobilfunk-, Festnetz- und TV-Tarife aus dem Vodafone-Universum kombinieren lassen.

Ganz entscheidend dürfte jedoch die Vermarktung des modernen LTE Mobilfunks werden. Hier hat Vodafone auch schon erhebliche Fortschritte gemacht, alleine im Q3 2015 hat sich die Zahl der Vodafone LTE Kunden um rund eine Million auf 6,5 Millionen erhöht. In Sachen LTE Verfügbarkeit hat Vodafone bis Ende September 2015 eine Abdeckung von 81 Prozent erreicht. Bis Mitte 2016 will Vodafone seine LTE Abdeckung um 2 Millionen weitere Haushalte und damit insgesamt auf 90 Prozent erweitern.



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