Deutscher Mobilfunkmarkt im Q4 2015: Keine Frohen Weihnachten für o2

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Das Q4 2015 verlief für Mobilfunkanbieter o2 nicht so positiv wie das Vorquartal

Nach starken Zugewinnen im Sommer hat Telefónica ein eher durchwachsenes Weihnachtsquartal hingelegt. Sowohl im Prepaid- als auch im Postpaid-Bereich gingen dem Netzbetreiber im Q4 2015 Mobilfunkverträge verloren.

Im dritten Jahresquartal konnte o2 noch mehr als 500.000 zusätzliche Prepaid-Kundenverträge einfahren - vor allem die eigenen Ethno-Marken hatten im Sommer für hohe Zuwächse gesorgt. Schon allein saisonbedingt ist das Geschäft im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember dagegen deutlich abgeflaut. Unterm Strich ergab sich für o2 im Q4 2015 letztlich sogar ein kleines Minus von 24.000 Prepaid-Handyverträgen.

Wesentlich höher fiel das Minus allerdings im Postpaid-Segment aus, hier rutschte die Zahl der Kundenverträge im Q4 2015 um 202.000 auf 19,08 Mio. ab. Die Gesamtzahl der aktiven SIM-Karten im deutschen o2 Netz belief sich zum Jahresende auf 43,06 Millionen.

Entwicklung o2 Mobilfunkverträge

Brummendes Hardwaregeschäft fängt sinkenden Mobilfunkumsatz auf
Statt um möglichst hohe Kundenzugewinne geht es o2 selbst derzeit aber ohnehin eher um die Erhöhung der Kundenbindung und vor allem die bessere Monetarisierung der bestehenden Kundenbeziehungen. Hier muss o2 aktuell tatsächlich gegensteuern - während der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) im Prepaid-Segment gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Cent auf 5,80 Euro zugelegt hat, ist der Postpaid-ARPU um rund 80 Cent auf 16,90 Euro abgesunken. Insgesamt lag der Mobilfunk-ARPU mit 10,5 Euro im Q4 2015 3,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der Mobilfunk-Serviceumsatz ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,0 Prozent auf 1,38 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Gesamtumsatz der o2 Mobilfunksparte hingegen hat im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent auf 1,79 Mrd. Euro zugelegt. Verantwortlich hierfür war vor allem das starke Hardware-Geschäft, gegenüber dem Q4 2015 hat Umsatz mit den Handyverkäufen um 63 Mio. Euro oder 17,9 Prozent auf 413 Mio. Euro zugelegt. Der Provider profitiert hier nicht zuletzt davon, dass die Kunden derzeit besonders gerne zu den hochpreisigen Flaggschiff-Smartphones greifen.

Viel zu tun in 2016 - auf die Integration folgt die Transformation
In gewisser Weise wird o2 im nächsten Jahr vor allem mit sich selbst beschäftigt sein - denn nach der Integration von E-Plus steht jetzt die nachhaltige Transformation des gemeinsamen Unternehmens an. So ist o2 seit der Übernahme von E-Plus zwar der kundenstärkste deutsche Netzbetreiber, wird im Markt aber noch immer als kleinerer Player wahrgenommen.

Gerade bei der Leistungsfähigkeit des eigenen Mobilfunknetzes hat o2 gegenüber den Konkurrenten Telekom und Vodafone noch deutlichen Nachholbedarf. Das zeigt sich unter anderem bei der LTE Verfügbarkeit: Zwar hat o2 diese wie geplant bis zum Jahresende 2015 auf 75 Prozent der Bevölkerung erhöht, liegt damit aber weiterhin deutlich hinter den Mitbewerbern. Bis Ende 2016 will Telefónica Deutschland nun aber - zumindest in der "Netzwahrnehmung durch den Kunden" - mit den beiden anderen Netzbetreibern gleichziehen.

Nachdem 2015 das National Roaming zwischen den 3G Netzen von o2 und E-Plus umgesetzt wurde, hat das Unternehmen im Januar nun mit der Zusammenlegung der beiden Netze begonnen. Für Mitte 2016 ist zudem der Start der gemeinsamen LTE Nutzung vorgesehen (siehe hierzu auch Newsbericht Zusammenlegung von o2 und E-Plus Netz startet 2016). In Bezug auf die eigenen Investitionen in den Netzausbau rechnet o2 gegenüber 2015 mit einem Anstieg "im niedrigen Zehnprozentbereich".

Letztlich ist der Netzausbau aber auch nur eine von vielen aktuellen Baustellen für Telefónica Deutschland. So arbeitet das Unternehmen im Zuge der Großfusion noch immer an der Verschlankung der eigenen Strukturen inklusive des Abbaus von insgesamt 1.600 redundanten Vollzeitstellen und der Konsolidierung der eigenen Ladenlokale. Insgesamt will o2 mit seinen online-exklusiven und auf spezielle Zielgruppen zugeschnittenen Markenauftritten jedoch weiterhin breit aufgestellt bleiben. Im Non-Premium-Segment wird dabei zukünftig Blau als Marke im Vordergrund stehen.



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