Mobilfunkmarkt Q4 2016: o2 wappnet sich für ein schwieriges Jahr

SmartWeb News | , 10:45 Uhr | Ingo Hassa

o2 Firmenzentrale
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Zum Jahresende hat o2 seine Markenumstellung abgeschlossen und sein neues Premium-Tarifportfolio eingeführt. Neu aufgestellt geht o2 zumindest vorsichtig optimistisch ins neue Jahr - das Marktumfeld bleibt aber tückisch.

Rund zwei Jahre nach der Übernahme von E-Plus hat Telefónica Deutschland im Q4 2016 die Neupositionierung seiner Marken und die damit einhergehende Kundenmigration abgeschlossen. Zwar hält Telefónica weiter an seiner Mehrmarkenstrategie fest, allerdings stehen o2 als einzige Premium-Marke, Blau als Discount-Kernmarke und Base als reine Online-Marke im Fokus.

Weitere Verlagerung ins Postpaid-Segment
Die Zahl der o2 Mobilfunk-Kundenverträge ist im Q4 2016 um 247.000 auf insgesamt 44,32 Millionen angestiegen. Zwar ging die Zahl der Prepaid-Kundenverträge um 89.000 zurück, diesem Minus stand jedoch ein ordentlicher Zuwachs von 247.000 Postpaid-Verträgen gegenüber.

Trotz der weiteren Verschiebung weg vom Prepaid- hin zum Postpaid-Bereich liegt die Postpaid-Quote im o2 Mobilfunknetz noch deutlich niedriger als bei den Konkurrenten Telekom und Vodafone. Zum 31. Dezember 2016 zählte o2 knapp 20,54 Mio. Postpaid-Kundenverträge, was etwa 46,3 Prozent des Mobilfunk-Kundenstamms entspricht.

Die Zahl der LTE-fähigen Kundenzugänge im o2 Netz ist im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent auf 12,1 Millionen geklettert. Im Zuge des weiteren Netzausbaus näherte sich die o2 LTE Netzabdeckung zum Jahresende nun der Marke von 80 Prozent.

Mobilfunkumsätze von mehreren Faktoren belastet
Telefónicas Mobilfunk-Serviceumsätze gingen 2016 trotz der Vertragszuwächse um 1,7 Prozent auf 5,437 Mrd. Euro zurück. Im Q4 2016 betrug der Mobilfunk-Serviceumsatz 1,349 Mrd. Euro, was einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Was die weitere Umsatzentwicklung angeht, blickt Telefónica Deutschland laut eigener Aussage "vorsichtig optimistisch" ins neue Jahr. Viele belastende Faktoren dürften nämlich auch 2017 eine entscheidende Rolle spielen. Das sind unter anderem einschneidende Regulierungs-Entscheidungen: Nachdem die Bundesnetzagentur im Dezember die Terminierungsentgelte abgesenkt hat, steht so im Sommer 2017 nun das Ende der EU Roaming-Aufschläge an. Darüber hinaus soll im Juli 2017 die persönliche Identifizierung des Kunden beim Erwerb von Prepaid-Produkten zur gesetzlichen Pflicht werden, was den Markt zusätzlich belasten könnte.

Auch rechnet o2 damit, dass die verschiedenen Partnermarken im Non-Premium-Marktsegment weiterhin sehr stark abschneiden dürften. Die daraus resultierende Verlagerung von den Eigen- zu Partnermarken hatte sich bereits im vergangenen Jahr spürbar negativ auf die Mobilfunkumsätze ausgewirkt.

Insgesamt geht Telefónica davon aus, dass die eigenen Mobilfunk-Serviceumsätze 2017 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil bleiben bzw. leicht zurückgehen werden. Diese Prognose bezieht sich allerdings explizit auf die um regulatorische Effekte bereinigten Serviceumsätze. Unterm Strich dürfte also ziemlich sicher mit einem weiteren Rückgang bei den Serviceumsätzen zu rechnen sein.


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