Telefónica Deutschland im Q2 2018: Neue o2 Free Tarife sorgen für Umsatz

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Die Anleger haben es bereits mit einem Kurssprung belohnt - Telefónica konnte im operativen Geschäft kräftig zulegen. Allerdings schlagen sich negative Regulierungseffekt weiterhin deutlich in der Gesamtbilanz nieder.

Gewinnzunahme sorgt für historischen Kursanstieg
Beim Betriebsergebnis vor Abschreibungen (OIBDA) konnte Telefónica Deutschland im Q2 2018 ein dickes Plus verbuchen - im Vergleich zum Vorjahr legte es um 6,8 Prozent auf 504 Mio. Euro zu. Hier handelt es sich allerdings um das bereinigte Betriebsergebnis, bei dem Sondereffekte aus Restrukturierungsmaßnahmen sowie regulatorische Auswirkungen, z.B. der neuen europäischen Roaming-Bestimmungen, nicht berücksichtigt sind.

Gerade letztere belasten nach wie vor die Kennzahlen. Doch selbst wenn man auf das "nackte" OIBDA blickt, zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Gegenüber dem Vorjahr verbleibt so immer noch ein ansehnliches Plus von 3,9 Prozent auf 469 Mio. Euro. Die Anleger gaben sich erfreut und bescherten dem Unternehmen direkt den größten Kurssprung der Firmengeschichte - nach Bekanntgabe der Zahlen war der Wert der Telefónica Deutschland Aktie zunächst um mehr als zehn Prozent nach oben geschnellt.

Neues LTE Tarifportfolio soll Datenhunger schüren
Die regulatorischen Belastungen spiegeln sich besonders in den Mobilfunk-Serviceumsätzen wider. Dem unterliegenden bereinigten Umsatzplus von 0,6 Prozent steht ein effektives Minus von 0,5 Prozent gegenüber. Dass der Gesamtumsatz der Telefónica Mobilfunk-Sparte für das Q2 2018 am Ende doch noch um immerhin 0,8 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro klettern konnte, ist dem Hardware-Geschäft zu verdanken. Durch den stark gestiegenen Smartphone-Absatz hat sich der Umsatz mit Mobilfunk-Hardware um 8,6 Prozent auf 249 Mio. Euro erhöht.

Die entfallenen EU Roaming-Gebühren sind nicht die einzigen regulatorischen Hemmnisse für den Mobilfunkanbieter. Darüber hinaus hat der durch die im Juli 2017 in Kraft getretene neue Anti-Terror-Gesetzgebung erschwerte Verkauf von Prepaid-Mobilfunkkarten (siehe: Prepaid SIM-Karte nur noch gegen Ausweis-Vorlage) zu einem weiteren Rückgang bei den Prepaid-Kundenverträgen geführt: Im Q2 2018 ist deren Zahl bei Telefónica Deutschland um zusätzliche 148.000 auf 21,198 Millionen abgesunken.

Weitaus erfreulicher ist die Entwicklung bei den Postpaid-Laufzeitverträgen, hier konnte Telefónica um 333.000 auf 21,764 Millionen zulegen. Das aktuelle Umsatzwachstum ist jedoch nicht alleine in der Masse begründet. Denn vor allem das zunehmende Interesse an der mobilen Datennutzung lässt die Mobilfunk-Kundschaft darüber hinaus verstärkt zu höherwertigen Tarifen greifen.

Entwicklung o2 Mobilfunk Verträge

Mit seinem im Juni eingeführten neuen Tarifportfolio kommt die Telefónica-Kernmarke o2 diesem Trend ganz bewusst entgegen (siehe: Neue o2 Free Tarife: Doppeltes Datenvolumen auf bis zu zehn Geräten). Hier hat der Mobilfunker seine o2 Free Basistarife deutlich aufgewertet. Darüber hinaus sollen neue Tarifoptionen wie o2 Free Boost und o2 Free Connect die Datennutzung und -monetarisierung zusätzlich befeuern.

Diese Strategie scheint grundsätzlich aufzugehen. So ist die Datennutzung im o2 Netz seit dem Vorjahresquartal um rund 54 Prozent angestiegen, bei o2 Kunden mit LTE kletterte der monatliche Durchschnittsverbrauch sogar um 69 Prozent auf 3,4 Gigabyte. Nutzer des besonders Bestseller-Tarifs o2 Free M kommen laut Telefónica inzwischen sogar auf fast 6 Gigabyte pro Monat.

VDSL bleibt kleiner Lichtblick im Festnetzgeschäft
Während die Trendkurve im Mobilfunk nach oben zeigt, ist das Festnetzgeschäft von o2 weiter am schwächeln. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Festnetzumsatz von Telefónica um 11,8 Prozent auf 192 Mio. Euro zurückgegangen. Hauptschuldig daran ist die Stilllegung der alten Wholesale-Infrastruktur. Diese steht inzwischen langsam vor dem Abschluss. Zum Ende des Q2 2018 hat o2 nur noch rund 8.000 Mietanschlüsse bereitgestellt, die bis Jahresende nun ebenfalls abgeschaltet werden sollen.

Die Zahl der o2 DSL Kundenverträge ist im Q2 2018 nochmals um 12.000 auf nun 2,048 Mio. zurückgegangen. Der durchaus starken Nachfrage nach VDSL Anschlüssen (+86.000), standen dabei deutliche Anschlussverluste bei den klassischen ADSL Verbindungen gegenüber (-98.000).

Immerhin hat die Verschiebung hin zu den höherwertigeren VDSL Angeboten dabei geholfen, die Festnetz-Serviceumsätze im Privatkundengeschäft zu stützen. So hat sich der anhaltende Umsatzrückgang in diesem Geschäftsbereich zuletzt auch wieder deutlich verlangsamt. Während selbst im Q1 2018 noch ein Minus von 1,6 Prozent zu Buche stand, ergab sich für das Q2 2018 nur noch ein leichter Rückgang um 0,4 Prozent.

Entwicklung o2 Breitbandkunden



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