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Telefónica im Q3 2022: o2 verbessert sein Image und hebt Prognose an

SmartWeb News | , 16:50 Uhr | Ingo Hassa

Bislang läuft es für Telefonica Deutschland in 2022 richtig gut: o2 liegt beim Netzausbau deutlich über Plan, kommt gut bei den Kunden an und verkauft obendrein noch Unmengen an Smartphones.

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o2 Firmengebäude

47 Millionen Mobilfunk-Verträge im o2 Netz

Die Zahl der Mobilfunkkundeverträge im o2 Netz ist im Q3 2022 erneut stark angestiegen. Insgesamt konnte Telefónica Deutschland zwischen Juli und Ende September um rund 340.000 auf inzwischen 47,0 Millionen Kundenverträge zulegen. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich damit ein Plus von 3,6 Prozent.

Der Wachstumstreiber waren dabei die umsatzstarken Postpaid-Laufzeitverträge. Hier kam der Netzbetreiber auf ein Plus von 304.000 Kundenverträgen. Zum Ende des Q3 2022 lag der Postpaid-Kundenbestand damit bei 26,1 Mio. Anschlüssen (+6,0% zum Vorjahr).

Nach dem unverhältnismäßig hohen Anstieg im Q2 2022 (ausgelöst durch die Reaktivierung von SIM-Karten) sank die Zahl der Prepaid-Kundenverträge im Q3 2022 nun wieder leicht um 58.000 auf 19,186 Millionen ab.

Der Trend zeigt aber in die richtige Richtung: Im Q3 2021 zählte Telefónica so noch 104.000 Netto-Abgänge im Prepaid-Bereich. Im 9-Monats-Zeitraum von Januar bis Ende September 2022 wiederum verbleibt ein Plus von 213.000 Prepaid-Kundenverträgen. Im Vorjahr hingegen hatte das Unternehmen in der gleichen Spanne insgesamt 122.000 Prepaid-Anschlüsse eingebüßt.

Rekordumsatz mit neuen Smartphones

Der Gesamt-Umsatz der Mobilfunksparte von Telefónica Germany hat im Q3 2022 um 6,6% auf 1,876 Mrd. Euro zugelegt. Getrieben wurde das Wachstum vor allem von den anhaltend starken Mobilfunk-Serviceumsätzen. Diese sind im Q3 um 3,7% auf 1,473 Mrd. Euro geklettert.

Einen echten Ausreißer gab es im Q3 2022 bei der Mobilfunk-Hardware: Der Endgeräte-Umsatz nämlich ist um 18,9% auf 403 Mio. Euro hochgeschnellt. Der gestiegene Hardware-Absatz dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass die Kundschaft aktuell zunehmend auf 5G-fähige Smartphones umsteigt. Eine weitere Beobachtung seitens des Unternehmens: Die Mobiltelefone werden verstärkt über eine längerfristige Finanzierung erworben.

Im Prepaid-Bereich ist der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertrag (ARPU) im Q3 2022 um 5,4% auf 7,0 Euro angestiegen. Im Postpaid-Bereich hingegen war der ARPU hingegen rückläufig und ist um 1,3% auf 13,3 Euro zurückgegangen. Das ist nicht alleine den gesunkenen Terminierungsentgelten geschuldet. Denn gleichzeitig hat sich o2 stark auf die Kundenloyalität konzentriert und Vertragsverlängerungen oder die Bündelungen von Verträgen vermehrt mit Preisvorteilen belohnt.

Man will die eigene Kundschaft also zufrieden halten. Das klappt ohnehin immer besser, beim Net-Promoter-Score konnte Telefónica Deutschland so markenübergreifend zulegen - mehr und mehr Kunden würden die Telefónica-Marken also auch an Freunde oder Kollegen weiterempfehlen. Das ist aber weniger den oben erwähnten Zugeständnissen an Bestandskunden geschuldet. Wirklich ausschlaggebend ist stattdessen die stark gestiegene Netzqualität, die sich offenbar deutlich in der Wahrnehmung des Konzerns niederschlägt.

Beim Netzausbau weiterhin weit über Plan

Bei der Netzabdeckung konnte Telefónica in 2022 tatsächlich gewaltig Boden gutmachen. Das zeigt sich am deutlichsten am enorm beschleunigten 5G Ausbau. Ursprünglich hatte der Netzanbieter für 2022 eine 5G Bevölkerungsabdeckung von 50% geplant. Diese hat das neue o2 5G Netz aber bereits zur Jahresmitte erreicht (siehe auch Telefónica im Q2 2022: o2 Geburtstagsjahr läuft besser als erwartet). Das leicht angehobene Folgeziel von 60% bis Jahresende ist nun jedoch ebenfalls wieder hinfällig - Stand Ende Oktober lag die Bevölkerungsabdeckung bei 75%.

Positiv für die Bilanz: Mehr Geld als geplant musste der Netzbetreiber deswegen nicht in die Hand nehmen. Stattdessen wurde das hohe Ausbautempo von einer Reihe anderer Faktoren begünstigt. Unter anderem führt das Unternehmen das gute Wetter in den Sommermonaten, die verringerten Corona-Einschränkungen sowie den verstärkten Fokus auf die Flächenversorgung mit weiträumigeren Frequenzen an.

Jahresprognose für 2022 nach oben korrigiert

Telefónica Deutschland ist also gut aufgestellt für den Jahresendspurt. Daher erlaubt sich das Unternehmen auch, seine Jahresprognose leicht nach oben zu korrigieren. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (OIBDA) sollen demnach im unteren mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen können - zuvor war der Konzern lediglich von einem Wachstum im unteren einstelligen Bereich ausgegangen.

Einen Anteil an der positiven Entwicklung hatte übrigens auch das Festnetzgeschäft von o2. Mehr dazu hier: o2 im Q3 2022: Schnelles Kabel Internet treibt Festnetz-Wachstum


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