Abkommen vereinbart

Viertes Mobilfunknetz: 1&1 und o2 einigen sich über National Roaming

SmartWeb News | , 17:30 Uhr |

Nach langem Hin und Her haben sich 1&1 Drillisch und Telefónica Deutschland zu einer Vereinbarung zum National Roaming durchgerungen. Diese ebnet den Weg für ein neues viertes Mobilfunknetz in Deutschland.

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Mobilfunkmast

Zuletzt haben sich der 1&1 Mutterkonzern United Internet und Telefónica Deutschland ordentlich in die Haare bekommen. Stein des Anstoßes war eine Preiserhöhung, die Telefónica für die Nutzung ihrer Netzwerkkapazitäten durch 1&1 Drillisch erheben wollte.

Die Bereitstellung dieser Kapazitäten war eine der Auflagen, unter der 2014 die Fusion von o2 und E-Plus durchgewunken worden war. 1&1 wiederum wurde durch den Deal zum virtuellen Netzbetreiber (MVNO), der im o2 Netz seine eigenen Angebote gestalten konnte.

National Roaming entscheidend für ein viertes Netz

Ein langfristiges Zerwürfnis wäre aber kaum im Interesse der beiden Unternehmen gewesen. Denn Telefónica war ein offensichtlicher Partner für National Roaming, das eine entscheidende Komponente für United Internets nächste Schritte am Mobilfunkmarkt darstellt.

In der 5G Frequenzauktion hat sich 1&1 Mitte 2019 erstmals eigene Frequenzen gesichert. Mit dem Glasfasernetz von 1&1 Versatel besitzt der Konzern zudem eine Grundlage für die Anbindung eigener Mobilfunkstandorte. Ohne nationale Roaming-Vereinbarung aber wäre das neue Netz über Jahre hinweg - bestenfalls - ein Flickenteppich.

Deal in trockenen Tüchern, Details noch nicht

Wie die beiden Partner heute verlautbart haben, wird 1&1 das aktuelle, von Telefónica Anfang Februar vorgelegte National Roaming Abkommen annehmen. Mit jährlich sinkende Datenpreisen orientiert sich dieses offenbar an den ursprünglichen Konditionen der alten MVNO-Vereinbarung, die nun rückwirkend auch auf den laufenden Vertrag angewendet werden. Damit sind die aktuellen Streitigkeiten beigelegt und der Weg für die zukünftige Zusammenarbeit frei.

Nach der verbindlichen Zusage von 1&1 sollen bis Mitte Mai 2021 nun noch die letzten vertraglichen Details festgelegt werden. Mit dem Stand der Dinge zeigen sich aber beide Parteien zufrieden: So hält Telefónica 1&1 den Rücken für den Netzausbau frei und gewinnt im Gegenzug finanzielle Planungssicherheit durch die langfristige Abnahmevereinbarung.

Für 5G muss Drillisch selbst sorgen

Das neue Abkommen hat zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren, deren Start allerdings rückwirkend auf den 1. Juli 2020 terminiert wird. Im Anschluss hat 1&1 Drillisch zweimal die Option auf eine Verlängerung, zunächst um vier weitere Jahre bis Mitte 2029 und schließlich um fünf zusätzliche Jahre bis 2034.

Verglichen mit der alten MVNO-Vereinbarung hat der neue Deal aber eine entscheidende Einschränkung: Nach den Auflagen der Bundesnetzagentur durfte Telefónica dem kleineren Netzbewerber keine aktuellen oder zukünftigen Netztechnologien vorenthalten. Diese Verpflichtung fällt nun weg und der 5G Standard wird aus dem National Roaming ausgeklammert.

1&1 wird allerdings ohnehin mit Hochdruck am Aufbau seines eigenen 5G Netz arbeiten müssen. Denn mit Erwerb der entsprechenden Frequenzrechte hat sich das Unternehmen zugleich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 1.000  erste 5G Basisstationen im Betrieb zu haben (siehe auch 1&1 5G Verfügbarkeit).


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