Zu wenig Umsatz: Nokia verkauft Smartphone-Sparte an Microsoft

SmartWeb News | , 14:22 Uhr |

Nokia, ehemaliger Spitzenreiter auf dem Handymarkt, schreibt seit Jahren rote Zahlen und kommt mit seinen Smartphones auf keinen grünen Zweig. Der Konzern hatte zu spät auf den Boom internetfähiger Handys reagiert und auch die Kooperation mit Microsoft brachte keine Wende. Nun zieht Nokia die Notbremse und verkauft das Segment Mobiltelefone an den Technologie-Giganten. Beide Unternehmen erhoffen sich dadurch neue Geschäftsimpulse.

Milliarden-Deal lässt Nokia schrumpfen
Sollten Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen, wird die Übernahme Anfang 2014 über die Bühne gehen. Insgesamt 3,79 Milliarden Euro lässt sich Microsoft dabei die Sparte "Services & Devices" des Nokia Mobilfunksegments kosten. Dazu kommen noch einmal 1,65 Milliarden Euro für die Nutzung von Nokia Patenten. Somit hat Microsoft 10 Jahre lang das Recht, Smartphones und Handys mit dem Namen Nokia sowie den Produktbezeichnungen Lumia und Asha zu produzieren und zu vermarkten, bisherige Modelle eingeschlossen. Darüber hinaus stehen dem Software-Multi aus Redmond die Mitnutzungsrechte an diversen Qualcomm Patenten zu.

Nokia wiederum wird zusätzlich zum Kaufpreis ein günstiger Kredit in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro zugesagt. Das Unternehmen wird durch die Trennung von seinem Kerngeschäft voraussichtlich die Hälfte seines Umsatzes einbüßen und benötigt Rückhalt für die geplante Verlagerung auf die Netzwerksparte. Nokia hatte kürzlich erst das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) übernommen und sich in diesem Bereich gestärkt. Der Konkurrenzdruck durch den schwedischen Ausrüster Ericsson, den französischen Konzern Alcatel-Lucent sowie einige asiatische Unternehmen ist allerdings groß.

Microsoft sichert sich Technologie und Kapazitäten
Mit der Übernahme des bereits etablierten Nokia Smartphone- und Handygeschäfts erhofft sich Microsoft endlich die aktuelle Stagnation überwinden zu können. Da immer mehr Nutzer zu Smartphone und Tablet statt zum klassischen PC greifen, kann sich der Konzern nicht mehr allein auf das Windows PC Betriebssystem als Zugpferd und Umsatzgarant stützen. Der Quereinstieg als Smartphone-Hersteller soll dem Unternehmen nun weitere Marktanteile liefern und für Wachstum sorgen.

Zusätzlich zum technischen Knowhow holt sich Microsoft auch noch mehr als 32.000 Nokia-Mitarbeiter ins Boot. Darunter auch Nokias aktueller CEO und ehemaliger Microsoft Manager Stephen Elop. Dieser wird sich neuesten Berichten zufolge auch um die Stelle als Nachfolger des zurückgetretenen Microsoft Chefs Steve Ballmer bewerben.



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