Samsung Galaxy Note 7 Test

Galaxy S7 Edge mit Stift? - Vorzüge des Note 7 im Praxistest

SmartWeb Test vom , 0 96 / 100
Samsung Galaxy Note 7

Aktueller Hinweis: Aufgrund andauernder Probleme mit überhitzenden Akkus hat Samsung die Produktion und den Verkauf des Note 7 gestoppt. Das Gerät ist damit nicht mehr erhältlich. Bereits erworbene Modelle müssen zurückgegeben werden.

Nach zwei Jahren Pause bringt Samsung wieder ein Galaxy Note Smartphone auf den europäischen Markt. Das Galaxy Note 5 von 2015 war hier nicht erschienen, das Note 7 muss also in Deutschland das Erbe des Galaxy Note 4 antreten. Die Versionsnummer Note 6 hat Samsung schlichtweg übersprungen.

Wie positioniert sich also das Galaxy Note 7? Nun, zunächst einmal deutet schon der Name die Nähe zur Galaxy S-Klasse an. Äußerlich sieht das neue Modell aus wie ein etwas größeres S7 Edge, das um einen Bedienstift ergänzt wurde. Auch technisch gibt es kaum Unterschiede zum S7 Edge, was allerdings bedeutet, dass auch im Note 7 moderne, leistungsstarke Technik steckt. Als wichtige Neuerungen im Note 7 sind lediglich der Iris-Scanner und der USB-Anschluss Typ-C zu nennen.


Samsung Galaxy Note 7
"exzellent"
96/100
Stand: 06.09.16

Einschätzung

  • edles Design, jetzt mit Edge-Display
  • scharfes 5,7 Zoll Super-AMOLED-Display
  • optionale Stift-Bedienung mit neuen Features
  • 4 GB RAM, Micro-SD-Slot, USB Typ-C
  • Wasser- und Staubschutz nach IP68
  • hoher Preis

Das Note 7 knüpft an die tollen Vorgänger an und zählt zu den besten Smartphones überhaupt. Allerdings ist es auch teuer. Wer auf den Stift verzichten kann, sollte zum günstigeren S7 oder S7 Edge greifen.


Testgerät zur Verfügung gestellt von 1&1

Unser Testgerät wurde uns mit freundlicher Unterstützung von 1&1 zur Verfügung gestellt. Beim Anbieter ist das Samsung Galaxy Note 7 zu den 1&1 All-Net-Flat Tarifen bestellbar. Aufgrund der Rückrufaktion durch Samsung ist aber derzeit mit einer verspäteten Auslieferung Mitte Oktober zu rechnen. Mehr Infos zu den Tarifen gibt es in unserem 1&1 Handy AnbieterCheck.

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Aus aktuellem Anlass: Brennende Akkus, Samsung ruft Galaxy Note 7 zurück

Eigentlich sollte der Verkauf des Galaxy Note 7 am 2. September so richtig anlaufen und Samsung eine ähnliche Erfolgsstory wie das Galaxy S7 bescheren. Daraus wird zunächst nichts. Erste Käufer berichteten von überhitzten Akkus, welche das Note 7 regelrecht zum Schmelzen brachten. Einige User sprachen gar von explodierten Akkus.

Auch nach einer zwischenzeitliche Rückrufaktion mit Austauschprogramm konnte Samsung das Problem nicht abschließend lösen. Die Produktion und der Verkauf wurden deshalb gestoppt. Besitzer eines Note 7 sind aufgefordert, ihr Gerät zurückzugeben. (Mehr Infos in unserem News-Artikel Produktionsstopp, Verkaufsstopp: Samsung stampft Galaxy Note 7 ein)

Unser Testgerät war von den Akkuproblemen nicht betroffen und lief einwandfrei. In unserer Testwertung ließen wir deshalb die Berichte über Akkuprobleme unberücksichtigt.

Samsung Galaxy Note 7 aufladen
Sicherheitsmaßnahmen unnötig: der Akku unseres Testgeräts lässt sich problemlos und ohne Überhitzungserscheinungen aufladen

Außen hui: Neues Note im Galaxy Edge-Gewand

Die optische Runderneuerung tut dem Galaxy Note 7 gut. Obwohl das Display wie bei seinen Vorgängern 5,7 Zoll misst, wirkt das Gerät schlanker, eleganter, schicker. Durch das erstmalig im Note eingesetzte Edge-Display fällt das Gerät schmaler aus; der Rahmen rechts und links verschwindet. Wie beim S7 Edge setzt Samsung beim Material auf Metall und Glas. Das Gehäuse sieht daher nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an. Das Note 7 liegt deutlich angenehmer in der Hand als etwa das ältere Galaxy Note 3. Die Verarbeitung ist erwartungsgemäß top. Erhältlich ist das Galaxy Note 7 in der Farben Black-Onyx, Blue-Coral und Silver-Titanium.

Das Edge-Display dient aber nicht nur als optischer Reiz, sondern bringt den Seitenbildschirm mit. Er lässt sich mit einem Wisch von der rechten Displayseite herausfahren und bietet dem Nutzer Schnellzugriffe auf Anwendungen, Kontakte, Kalenderdaten und mehr. Zentrale und häufig genutzte Dienste soll der User so schneller abrufen können.

In der Praxis hat der Seitenbildschirm durchaus seine Vorzüge, vor allem die Vorbelegung von Kontakten in der "VIP-Anzeige" empfanden wir als sinnvoll. Andere Optionen wie App-Zugriffe stören zwar nicht, bieten aber nicht unbedingt einen Mehrwert. Apps lassen sich ebenso schnell über den Homescreen oder das App-Menü aufrufen. Der Seitenbildschirm des Edge-Displays bleibt daher Geschmackssache - ein unentbehrliches Feature ist er nicht.

Seitenbildschirm Samsung Galaxy Note 7
Funktionen des Seitenbildschirms, aufrufbar über das Edge-Display

Starke Performance und neues Samsung Touchwiz

Doch kommen wir zu den Dingen, die wirklich zählen. Wie schlägt sich das Galaxy Note 7 bei Handling und Bedienung? - Nun, das Note 7 konnte hier vollends überzeugen und erlaubte sich erwartungsgemäß keine Schwächen. Kein Wunder, denn Samsung hat wie im Galaxy S7 den Octa-Core-Prozessor Exynos 8890 sowie 4 GB Arbeitsspeicher verbaut. Schon beim Galaxy S7 Test sorgt diese Kombination für ordentlich Tempo. Auch wir konnten selbst bei Dauerbetrieb und Multitasking keine Ruckler und Wackler feststellen.

Angetan sind wir auch vom schönen, hellen und knackig scharfen Display des Note 7. Es stellt Inhalte in Quad-HD-Auflösung dar (2.560 x 1.440) und kommt auf eine Pixeldichte von 518 ppi. Wie üblich setzt Samsung auf die Super-AMOLED Displaytechnik, die für eine besonders farbintensive Darstellung bekannt ist.

Etwas überrascht waren wir von der Neugestaltung der Bedienoberfläche. Auf unserem Galaxy Note 7 ist als Betriebssystem Android 6 installiert, über welches Samsung naturgemäß seine Touchwiz-Oberfläche legt. Schon beim Samsung Galaxy S7 hat sie uns angesprochen, beim Note 7 kommt aber nun die neueste Version zum Einsatz, die uns sehr gut gefällt.

Mit der aktuellen Version, die bislang offenbar nur auf dem Note 7 läuft, wirkt das Software-Design noch schlichter und klarer. Die App-Symbole sind angenehm schnörkellos gestaltet. Unter Menüs wie dem App-Drawer oder dem Seitenbildschirm wurde ein transparenter Schleier gelegt. Bei den Einstellungsmenüs dominiert Weiß und eine klare Symbolsprache. Insgesamt hinterlässt das neue Touchwiz einen hervorragenden Eindruck.

Homescreen und App-Menü Samsung Galaxy Note 7
Homescreen und App-Menü
Design des neuen Touchwiz Samsung Galaxy Note 7
Neues Design: Touchwiz Bedienoberfläche auf dem Galaxy Note 7

Entsperren per Fingerabdrucksensor oder Iris-Scanner

Typisch Samsung: Unter dem Display prangt der markante Homebutton. Der führt einerseits zum Homescreen, beherbergt aber auch einen Fingerabdrucksensor, welcher etwa zum Entsperren des Smartphones oder zur Autorisierung von Online-Einkäufen genutzt werden kann. Gerade für das Wecken des Note 7 aus dem Schlaf ist der Fingerabdrucksensor sehr geeignet, er arbeitet schnell und zuverlässig. Lästiges PIN-Eingeben entfällt.

Zum Entsperren des Smartphones hat sich Samsung aber noch etwas anderes einfallen lassen. Als erstes Galaxy überhaupt besitzt das Note 7 nämlich einen Iris-Scanner. Über diesen lässt sich die Netzhaut des Auges einlesen und speichern. Ähnlich wie beim Fingerabdrucksensor findet dann beim Starten aus dem Standby ein Abgleich statt. Bei unserem Test funktionierte das zwar, aber insbesondere bei Brillenträgern kommt es öfter zu Leseschwierigkeiten. Den Fingerabdrucksensor fanden wir daher unkomplizierter und schneller.

Tugenden des S7 gelten auch für Note 7

Dass das Note 7 ein echtes Spitzengerät darstellt, bestätigt auch ein Blick auf die übrigen Daten. Das Smartphone bietet 64 GB internen Speicher, der den meisten Usern reichen sollte. Wer doch etwas mehr Platz braucht, kann den Speicherplatz via Micro-SD-Karte erweitern (bis 256 GB). Der entsprechende Karten-Slot findet sich an der Oberkante.

Zur Datenübertragung werden WLAN ac, LTE Cat 9 (mit bis zu 450 Mbit/s) und Bluetooth 4.2 unterstützt. Die Standortbestimmung ist nicht nur via GPS, sondern im Zweifel auch über die Alternativen GLONASS, Beidou und Galileo möglich. Statt des älteren USB-Anschluss Typ-B (wie im Galaxy S7), besitzt das Galaxy Note 7 schon einen USB-Anschluss Typ-C, der weniger anfällig für Defekte ist und obendrein schnellere Übertragungsraten bringt. Ein Highlight stellt zudem der Wasser- und Staubschutz nach IP68-Zertifizierung dar. Eine unfreiwillige Dusche kann das Smartphone daher problemlos wegstecken.

S-Pen mit neuen Funktionen

Größte Besonderheit des Note ist nach wie vor der S-Pen. Der Bedienstift steckt wie gewohnt im Gehäuse und kann bei Gebrauch herausgeholt werden. Er dient in erster Linie zum Anfertigen handschriftlicher Notizen oder zum Auswählen und Ausschneiden von Teilen aus einem Screenshot. Hier und da kann er aber auch sonst das tägliche Hantieren mit dem Smartphone erleichtern.

Mit der Neuauflage des Galaxy Note hat Samsung seinen Stift weiter verfeinert. Er besitzt nun eine nur 0,7 Millimeter dünne Spitze und erkennt 4096 Druckstufen. Dadurch arbeitet der Stift noch präziser und reagiert genauer. Von den älteren Galaxy Note-Modellen ist bekannt, dass sich Notizen nicht nur anfertigen, sondern direkt in digitale Schrift überführen lässt. Dem einen oder anderen User dürften ausführliche Memos so leichter fallen. Auch mathematische Formeln oder Zeichnungen lassen sich leicht digitalisieren.

Der S-Pen beherrscht aber noch mehr, erlaubt etwa Screenshot-Notizen oder über die Funktion "Smart Select" das Ausschneiden von Text- oder Videoschnipseln. Mithilfe der Smart Select GIFs kann ein Abschnitt eines Videos ausgesucht und direkt geteilt werden. Die neue Stift-Funktion "Magnify" vergrößert ausgewählte Bildschirmbereiche. Nett ist auch "Translate", womit sich Wörter aus fremdsprachigen Texten direkt übersetzen lassen - ein kurzes Halten des S-Pen über dem Wort reicht aus.

Notizen machen mit S-Pen auf dem Samsung Galaxy Note 7
Notizen machen mit S-Pen auf dem Samsung Galaxy Note 7
Menü S-Pen Samsung Galaxy Note 7
Menü S-Pen Samsung Galaxy Note 7

Starke Dual-Pixel-Kamera aus dem Galaxy S7

Für das Galaxy S7 beziehungsweise Galaxy S7 Edge konzipierte Samsung seine Smartphone-Kamera komplett neu. Statt die Megapixel weiter nach oben zu treiben, stellten die Südkoreaner auf eine neue Dual-Pixel-Technik um. Das Prinzip dahinter: Durch eine lichtstarke Blende (f1.7) und größere Pixel auf dem Bildsensor (1.4µm) fängt die Kamera mehr Licht ein. Das Ergebnis sind bessere, schärfere Bilder - insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.

Wie unser Samsung Galaxy S7 Test zeigt, hat sich die Neuerung gelohnt. In unserem Fototest gelangen mit dem S7 detailreiche, scharfe und gut ausgeleuchtete Fotos. Den Vergleich mit dem Sony Xperia X (Kamera mit 23 MP) gewann das Galaxy S7 locker.

Die gleiche Kamera wie im S7 kommt auch im Galaxy Note 7 zum Einsatz, wodurch mit dem Note 7 ebenfalls hochwertige Aufnahmen gelingen. Zudem stehen jede Menge Einstellungsmöglichkeiten sowie Foto- und Video-Modi zur Verfügung. Einerseits sind das schöne Optionen wie Panorama und Selektiver Fokus. Andererseits kann der Nutzer mit Verschlusszeit, ISO-Wert, Blendenöffnung und Weißabgleich experimentieren. Weil sich die Ausstattung der beiden Smartphone gleicht, haben wir unseren Kameratest zum Note 7 knapper gehalten. Wer mehr zur Kamera wissen möchte, sollte die betreffende Passage im Samsung Galaxy S7 Test nachlesen.

Bereich und Gewichtung Kriterien Testurteil

Bedienung und Display

Gewichtung 40%

  • äußeres Design, Verarbeitung
  • Menüführung, Bedienfreundlichkeit
  • Reaktionsfreudigkeit, Farbdarstellung

95/100

Funktionen und Ausstattung

Gewichtung 40%

  • Leistung Hardware-Komponenten
  • Eigenschaften, Funktionen im Detail
  • Akku: Austauschbarkeit und Leistung

99/100

Kamera

Gewichtung 20%

  • Kameraeinstellungen- und Funktionen
  • Bild- und Videoqualität

94/100

Gesamtwertung

alle

96/100