Xiaomi Redmi 4A Test

Das Ultra-Low-Budget-Smartphone im Test

SmartWeb Test vom , 0 78 / 100
Xiaomi Redmi 4A

Verblüffend, aber wahr: Der chinesische Hersteller Xiaomi veröffentlichte mit dem Redmi 4A im Jahr 2016 sein bislang günstigstes Smartphone für einen Einführungspreis von umgerechnet 67 Euro. In Europa ist das Einsteiger-Gerät je nach Version immerhin noch für 99 bis 109 Euro erhältlich.

Xiaomi Redmi 4A
"befriedigend"
78/100
Stand: 14.12.17

Einschätzung

  • faires Preis-Leistungs-Verhältnis
  • leicht und kompakt in der Hand
  • lange Akkulaufzeit
  • detailreiche Fotoaufnahmen
  • nur 2 GB RAM
  • veraltetes Android 6.0
  • schlichtes Kunststoff-Gehäuse
  • schwache Selfie-Kamera

Bei dem Redmi 4A hat Xiaomi Abstriche an den richtigen Stellen gemacht, um ein solides Alltags-Smartphone zum besonders günstigen Preis aufzulegen. Vor allem Sparfüchse kommen auf ihre Kosten.

Das Xiaomi Redmi 4A traf in deutscher Systemsprache, frei von chinesischen Apps und mit vorinstalliertem Google Play Store in der SmartWeb Redaktion ein. Das mitgelieferte Zubehör umfasst einen USB-Adapter, ein Ladegerät, einen SIM-Karten-Auswerfer und eine mehr oder weniger hilfreiche Bedienungsanleitung, die eher spärlich ausfällt und nur die wichtigsten Informationen enthält. Ein Kopfhörer fehlt. Schon beim ersten Anheben des Smartphones fällt auf, wie leicht und handlich das Gerät mit einem Gewicht von 131 Gramm und Maßen von 8,5 x 140 x 70 mm ist. Unser Testmodell erreichte uns in der Farbe Dark Gray, alternativ ist das Gerät auch in den Farben Gold und Rose Gold verfügbar.

Xiaomi Redmi 4A
Handliches, günstiges Einsteiger-Smartphone: Xiaomi Redmi 4A
SmartWeb Test-Fazit

Mit einem ordentlichen Design, einer soliden Ausstattung unter der Haube, einem langlebigen Akku und einer guten Hauptkamera überzeugt das Xiaomi Redmi 4A als attraktives Angebot für Gelegenheitsnutzer und Sparfüchse. Obwohl Käufer in puncto Arbeitsspeicher, Frontkamera und Fingerabdrucksensor Kompromisse eingehen müssen, sind die wichtigsten Funktionen an Bord. Bei einer UVP von 99 Euro für das 16-GB-Modell und 109 Euro für die 32-GB-Variante bietet das Low-Budget-Smartphone ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Startbildschirm Xiaomi Redmi 4A
Startbildschirm Xiaomi Redmi 4A

Federleichtes Kunststoffgehäuse mit HD-Display

Das Redmi 4A ist mit einem 5 Zoll großen Display ausgestattet. Inhalte werden in HD (720 x 1.080 Pixel) aufgelöst, die Pixeldichte beträgt 294 ppi. Für ein Smartphone dieser Preisklasse kann man sich nicht über die Darstellung der angezeigten Inhalte beklagen; das Display bietet eine ausreichende Schärfe und eine gute Farbwiedergabe. Helligkeit, Kontraststufen, Farben und auch die Textgröße lassen sich individuell den eigenen Vorlieben entsprechend anpassen. Der Touchscreen reagiert fließend und arbeitet problemlos.

Das Gehäuse des chinesischen Einsteiger-Smartphones besteht aus Polycarbonat und besticht durch seine kompakte Größe. Die Rückseite des Kunststoffgehäuses ist matt und nicht besonders anfällig für Fettflecken und Fingerabdrücke. Die Sensor-Tasten befinden sich kaum sichtbar unterhalb des Bildschirms - beleuchtet werden sie leider auch bei Benutzung nicht. Eine Status-LED ist vorhanden, die in verschiedenen Farben aufblitzt.

Sowohl die Lautstärkewippe als auch der Power-Button befinden sich auf der rechten Rahmenseite des Geräts. Zu Beginn ist die Platzierung des Lautstärkereglers etwas gewöhnungsbedürftig, da sich dieser bei den meisten Smartphones links aufhält. Bei einmaliger Betätigung schaltet sich zudem das Display ein, wenn doppelt auf "Leiser" getippt wird, startet die Kamera. Auf einen Fingerabdrucksensor hat der chinesische Smartphone-Hersteller verzichtet, was allerdings angesichts der Preisklasse nicht verwundert.

Die Bedienung des Smartphones erfolgt sehr intuitiv, die üblichen Funktionen und Apps sind mit an Bord. Praktisch ist die vorinstallierte Scanner-App zur Aufnahme von QR-Codes, Visitenkarten und Dokumenten. Screenshots lassen sich entweder durch gleichzeitiges Drücken des Power-Buttons und der Lautstärkeregler oder über die herunterziehbare Statusleiste erstellen. Die Tastatur fällt trotz der kompakten Größe des Geräts großzügig aus und lässt sich bequem nutzen.

Interessante Privatsphäre-Einstellungen

Besonders interessant sind die diversen Privatsphäre-Einstellungen des Xiaomi Redmi 4A. Neben den regulären Sperrmöglichkeiten des Bildschirms via PIN, Passwort oder Muster, kann ein zusätzliches Datenschutzpasswort angelegt werden. Dieses schützt ausgewählte Nachrichten, Fotos, Dateien und Notizen vor ungewollten Blicken. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, sollte einen Blick auf das Feature namens "Second Space" werfen. Diese Funktion gibt den Anschein, als würde man zwei verschiedene Geräte benutzen. Der Nutzer kann zwischen beiden beliebig hin- und herwechseln und so jeweils verschiedene Einstellungen und Berechtigungen vornehmen. Auf den zweiten "Space" lassen sich Dateien separat exportieren und mit einem Passwort schützen.

Eine ebenso praktische Funktion nennt sich "Duale Apps". Hiermit können zwei Konten für jede beliebige App erstellt werden - dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Anwendung sowohl für berufliche als auch private Zwecke verwendet wird. Außerdem stellt das Gerät einen Lite- bzw. Seniorenmodus zur Verfügung, welcher den Startbildschirm und das Menü vereinfacht.

Menüs Xiaomi Redmi 4A
Startbildschirm, Einstellungsmenü und Task-Manager
Sperrbildschirm Xiaomi Redmi 4A
Sperrbildschirm Xiaomi Redmi 4A

Solide Technik trotz geringem Arbeitsspeicher

Für die fließende Bedienung des Low-Budget-Smartphones ist der Quad-Core-Prozessor Snapdragon 425 verantwortlich, der mit 1,5 GHz taktet. Der Arbeitsspeicher fasst spärliche 2 GB - ein kleiner Wermutstropfen inmitten der insgesamt ordentlichen technischen Ausstattung. Zocker können sich dennoch mit dem ein oder anderen Spiel ohne große Unterbrechungen ihre Zeit vertreiben. Bei größeren Games ist allerdings Vorsicht geboten: Hier könnte es zu Rucklern und längeren Ladezeiten kommen.

Der interne Speicher ist mit wahlweise 16 GB oder 32 GB Speicherplatz ausgestattet. Wir entschieden uns für das 32-GB-Modell, welches 25 GB zur freien Verfügung bereitstellte. Dank des Hybrid-Slots kann mittels einer microSD-Karte Abhilfe geleistet und eine Erweiterung um maximal 128 GB vorgenommen werden. Wer auf den hochgeschraubten Speicher verzichtet, kann stattdessen eine weitere SIM-Karte in das Gerät einführen.

In Sachen Betriebssystem setzt Xiaomi auf Android 6.0 Marshmallow, welches hier mit der hauseigenen Bedienoberfläche MIUI 8 zum Einsatz kommt. Für Datenverbindungen im Heimnetzwerk steht der WLAN-Standard n zur Verfügung. Über LTE geht mit Datengeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s online. Mit dabei sind auch Bluetooth 4.1 sowie der mittlerweile veraltete Micro-USB-Anschluss Typ B.

Gut bemessener Akku sorgt für eine prächtige Laufzeit

Überrascht hat uns die Kapazität des Akkus, der auf insgesamt 3.120 mAh kommt. Damit übertrifft das Xiaomi Redmi 4A schon auf dem Papier so manches Konkurrenzmodell aus der Einsteigerklasse. Und auch in der Praxis enttäuschte es nicht und zeigte ein ordentliches Durchhaltevermögen. Bei normaler Nutzung begleitet es den User mindestens einen Tag lang.

Dennoch dürften die meisten Verbraucher das Redmi 4A am Ende des Tages an die Steckdose hängen. Mit der Unterstützung einer Schnellladefunktion ist hier allerdings nicht zu rechnen. Dafür werden diverse Einstellungsoptionen angeboten, die dem Smartphone bei seiner Laufzeit unter die Arme greifen sollen. So können unter anderem automatisierte Aufgaben für bestimmte Zeiträume erstellt werden, die das Gerät automatisch ab einer bestimmten Uhrzeit in den Flugmodus schalten oder akkusparende Systemeinstellungen vornehmen, sobald der Akku 20% erreicht.

Überzeugende Hauptkamera, schwächelnde Front-Cam

Die Hauptkamera des Xiaomi Redmi 4A löst auf der Rückseite mit ordentlichen 13 Megapixel auf. Bedenkt man, dass auch deutlich teurere Mittelklasse-Smartphones mit derselben Anzahl an Megapixeln ausgestattet sind, gibt das sehr günstige Redmi 4A eine gute Figur ab. Zur Unterstützung kommen eine f/2.2-Blende, ein Bildstabilisator, ein schneller Autofokus und ein vierfach digitaler Zoom zum Einsatz.

Darüber hinaus steht eine Auswahl an Foto-Modi bereit, wie beispielsweise Panorama, Verschönerung oder der Szenen-Modus. Mit diesen passt sich die Kamera unterschiedlichen Situationen und Motiven an und sorgt so unter anderem für gelungene Landschaftsbilder, (Nacht-)Portraits und Aufnahmen im Sonnenuntergang. Das Resultat sind ansprechende Fotos mit guter Farbwiedergabe. Unsere Fotos im Test sind überwiegend gut gelungen. Bei schwachen Lichtverhältnissen werden der Kamera allerdings die Grenzen aufgezeigt. In Innenräumen verwäscht dann schnell das eine oder andere Bild. Dennoch bleiben wir bei einem positiven Fazit: Das Xiaomi Redmi A4 macht deutlich bessere Fotos als viele andere Einsteiger-Handys. Videos sind hingegen aufgrund der mäßigen Qualität und Tonaufnahmen enttäuschend ausgefallen.

Die Frontkamera verfügt über einen 5 Megapixel-Sensor und eine f/2.2-Blende. Wer gerne Selfies schießt, ist mit dieser allerdings nicht gut bedient. Die Aufnahmen wirken lieblos und verwaschen, auch von den lebhaften Details der Rückkamera ist keine Spur mehr.

Xiaomi Redmi 4A
Hauptkamera
Bereich und Gewichtung Kriterien Testurteil

Bedienung und Display

Gewichtung 40%

  • äußeres Design, Verarbeitung
  • Menüführung, Bedienfreundlichkeit
  • Reaktionsfreudigkeit, Farbdarstellung

80/100

Funktionen und Ausstattung

Gewichtung 40%

  • Leistung Hardware-Komponenten
  • Eigenschaften, Funktionen im Detail
  • Akku: Austauschbarkeit und Leistung

74/100

Kamera

Gewichtung 20%

  • Kameraeinstellungen- und Funktionen
  • Bild- und Videoqualität

75/100

Gesamtwertung

alle

78/100